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„Dorf der Zukunft“ - Planer-Nachwuchs entwickelte innovative Konzepte

254 Einwohner, 350 Kühe, idyllische Lage, strukturelle Probleme: Das Dorf Referinghausen im Hochsauerland braucht frische Ideen und Konzepte, um dauerhaft bestehen zu können. Vom 9. bis 11. September 2011 fand unter dem Motto „Zukunftsfähige Entwicklung im ländlichen Raum“ in Referinghausen ein „Sommerseminar“ der Stiftung Deutscher Architekten statt. 18 Absolventinnen und Absolventen von Architektur-Studiengängen aus NRW arbeiteten drei Tage lang intensiv an Vorschlägen, wie eine gewachsene Dorfstruktur mit dem Verlust von Einwohnern, dem Abwandern der Jugend, dem Strukturwandel in der Landwirtschaft und dem Problem steigender Kosten für die Infrastruktur umgehen kann. Ihre Ideen und Konzepte stellten die Nachwuchs-Planer am Sonntagnachmittag (11.09.11) der interessierten Öffentlichkeit vor.

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Das Landschaftsbild des ländlichen Raums wird nicht nur durch Wald und Flur, sondern in starkem Maße auch von den ländlichen Siedlungsstrukturen geprägt. Doch das Leben in den weniger dicht besiedelten Regionen unseres Landes hat sich in den letzten Jahren merklich gewandelt: Abwanderung der Jugend, Schrumpfungsprozesse, Leerstände und der Kampf um den Erhalt der Infrastruktur prägen die lokalpolitische Agenda in vielen kleinen Kommunen.

In Referinghausen, einem Ortsteil der sauerländischen Gemeinde Medebach, kristallisierten die Absolventinnen und Absolventen von Studiengängen der Architektur, Innenarchitektur, Landschaftsarchitektur und Stadtplanung vom 9. bis 11. September drei zentrale Themenbereiche heraus, die in Arbeitsgruppen unter Begleitung erfahrener Professoren und Dozenten eingehend behandelt wurden:

Leerstand als Chance begreifen: „Referinghausen hat Ge(o)schichten“
In Referinghausen steht seit einigen Jahren in der Dorfmitte ein ehemaliger Gasthof leer, der von einem Investor zu Eigentumswohnungen umgebaut wurde, welche aber nie verkauft werden konnten. Die Teilnehmer des Sommerseminars maßen der Revitalisierung dieses das Ortsbild prägenden Gebäudes große Bedeutung zu und sahen die zentrale Lage des Bauwerks als große Chance. Hier könnte ein Geo-Informationszentrum entstehen, das die Bedeutung des Steins für den Ort und die Region deutlich macht. In Referinghausen wurde über Jahrzehnte ein Steinbruch betrieben, der heute für Besucher zugänglich ist. Der ehemalige Gasthof könnte nach Vorschlag der Arbeitsgruppe auf seinen Fachwerk-Kern zurückgebaut und durch einen modernen Baukörper ergänzt werden, der ein deutliches Statement setzen würde: Referinghausen wird zum Geologie-Infozentrum, das Geschichte mit Zukunft verbindet. Geo-Lehrpfade und themenbezogene Wanderwege sollten das thematische Angebot ergänzen.

Straße neu denken: „Rast in REF“
Referinghausen wird von der Landesstraße L872 durchschnitten. Parallel zu der Straße, die immer wieder als Gefahrenquelle wahrgenommen wird, fließt der Bach „Wilde Aar“. Die jungen Architekten und Stadtplaner empfehlen, die Wilde Aar wieder ans Tageslicht zu holen und für den Ort als Erlebnisraum zu inszenieren. Auf großes Interesse bei den Bürgern von Referinghausen stieß die Idee, den Bach in Stile einer Furt über die Landesstraße laufen zu lassen – als Markierung des Dorfeingangs und als Element der Verkehrsberuhigung. Insgesamt riet die zweite Arbeitsgruppe dazu, die spezifischen Qualitäten von Referinghausen herauszuarbeiten. Dazu gehörten auch die zentrale Lage als Kreuzungspunkt verschiedener Wanderrouten am Rothaarsteig und die großzügigen Gärten und Grünanlagen im Ort. An der Hauptkreuzung könnte ein Rastpunkt entstehen, an dem Wanderer, Radfahrer und Biker ein kleines Gastronomieangebot und touristische Informationen zum Ort und über die Region angeboten werden. „Rast in REF“ soll Referinghausen als Zielpunkt für Reisetouristen im Sauerland attraktiv machen und auf touristischen Wanderrouten etablieren.