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Deutschlands Top-Entscheider erstmals mehrheitlich gegen Draghis EZB-Kurs

Deutschlands Top-Entscheider wenden sich zunehmend gegen den Kurs der Europäischen Zentralbank. Nachdem die Elite bislang überwiegend der Meinung war, EZB-Chef Mario Draghi mache „gute Arbeit“, ist zuletzt der Unmut gewachsen. Erstmals sieht nun eine Mehrheit von 52 Prozent Mario Draghi kritisch, wie eine Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach (IfD) im Auftrag von FAZ und 'Capital' (Ausgabe 8/2016) unter 506 Führungsspitzen aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung ergab. Für 53 Prozent der Befragten ist der Einfluss der EZB auf die Eurozone mittlerweile zu groß und für 55 Prozent überwiegen beim derzeitigen EZB-Kurs die Nachteile. Vor allem die Wirtschafts-Elite sieht die Geldpolitik der EZB kritisch.

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Brexit verschärft die Sorgen um Europa
Nach dem britischen Votum für einen Brexit sehen neun von zehn Top-Entscheidern des „Capital-FAZ-Elite-Panels“ die EU in einem kritischen Zustand. Mehr als drei Viertel (78 Prozent) fürchten, dass die Fliehkräfte in der EU noch zunehmen. Als weitere Folge des Brexit erwarten zwei Drittel der Führungselite einen schwindenden weltpolitischen Einfluss der EU. 80 Prozent halten deshalb auch eine umfassende Reform der EU für notwendig.

56 Prozent der deutschen Top-Entscheider rechnen damit, dass der Brexit Großbritannien wirtschaftlich massiv schaden wird. Ebenfalls 56 Prozent plädieren dafür, Großbritannien konsequent alle Vorteile einer EU-Mitgliedschaft zu entziehen, 37 Prozent meinen dagegen, die EU solle Großbritannien entgegenkommen und weiterhin Vorteile gewähren.

Mit erheblichen Auswirkungen auf die deutsche Wirtschaft rechnet aber nur eine Minderheit von 15 Prozent. 77 Prozent erwarten lediglich geringe Auswirkungen. Für das eigene Unternehmen sind die Manager deutscher Unternehmen sogar noch optimistischer. Für die Chefin des Instituts für Demoskopie Allensbach (IfD), Prof. Dr. Renate Köcher, ist die Elite „bemerkenswert kühl. Sie benennt die Probleme, aber sie ist doch im Großen und Ganzen davon überzeugt, dass man sie in den Griff kriegen kann. Bei der Wirtschaftselite wirkt natürlich auch stabilisierend, dass die Auftragslage fast überall gut ist“.