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Deutschland bleibt 2012 ein relativ sicherer Hafen

Während Asien im nächsten Jahr der Wachstumsmotor der Welt bleibt, wird Deutschland innerhalb der Eurozone zu den stabilsten Volkswirtschaften gehören. Diese Prognose stellte Franz Wenzel, Investmentstratege bei AXA Investment Managers, in einem Pressegespräch in Frankfurt am Main auf. „Im Rahmen des globalen Konjunkturabschwungs wird der konjunkturelle Aufschwung im ersten Halbjahr 2012 zwar gedämmt, dennoch bleibt Deutschland im nächsten Jahr ein relativ sicherer Hafen“, so Wenzel. Hierfür seien vor allem zwei Faktoren verantwortlich: Einerseits habe die Lohnzurückhaltung der vergangenen Jahre die preisliche Wettbewerbsfähigkeit deutscher Unternehmen gestärkt, andererseits werde Deutschlands Exportwirtschaft auch 2012 von dem anhaltenden Wachstum der Schwellenländer profitieren. Ein weiterer Faktor für die stabile Wachstumsentwicklung sei die geringe Neuverschuldung. AXA Investment Managers geht davon aus, dass Deutschland 2012 ein schwaches, aber stabiles Wachstum von 0,5 und gegebenenfalls bis Ende des Jahres von 1,0 Prozent verzeichnen wird.

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Anleihen im Euroraum
Nachdem die USA durch die Herabstufung von S&P erstmals in der Geschichte ihre Spitzenbonität verloren haben, steht nun auch Frankreichs Kreditwürdigkeit auf wackeligen Beinen. Deutschland hingegen kann ein weiterhin solides „AAA“-Rating aufweisen. Franz Wenzel merkt an, dass Deutschland in der Eurozone das einzige Land ist, das eine risikofreie Anlage bietet. Aber auch der Kern der Eurozone sei mit Deutschland, Österreich, den Niederlanden, Finnland weiterhin sehr stabil.

Zur Bewertung europäischer Aktien
In der Eurozone gibt es nach wie vor keine Einigung für die Schuldenkrise.
“Wir gewichten derzeit Aktien unter“, so Wenzel. Aufgrund des konjunkturellen Umfelds, gekoppelt mit der systemischen Krise, erwarten wir für 2012 einen durchschnittlich zweistelligen Rückgang der Unternehmensgewinne in der Eurozone“. Er geht dabei von 10 bis 15 Prozent aus. Dazu müssten dann die Aktienmärkte ein wenig konsolidieren. Bei einem Kursrückgang von 10 bis 15 Prozent wären Aktien für AXA Investment Managers wieder attraktiv und das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) läge bei 7,5 bis 8. Neben den politischen Faktoren müsse auch das Problem der Bankbilanzen gelöst werden. Größere Sicherheitspuffer in Bankbilanzen – und somit eine höhere Eigenkapitalquote - seien laut Wenzel unerlässlich, um in der Eurozone langfristig wieder auf einen grünen Aktienzweig zu kommen.

Ausblick für die Eurozone
Um das Vertrauen in die Eurozone wieder herzustellen, sind nach Wenzels Meinung folgende Maßnahmen notwendig: Die Umsetzung des Stabilitätsprogramms in Italien, das unter Monti neue Richtlinien zur Budgetsanierung vorsieht, die Konkretisierung der Sparpolitik-Maßnahmen in Griechenland sowie die Klärung der EFSF-Rahmendaten. Nach Auffassung von AXA Investment Managers ist die Europäische Zentralbank (EZB) die einzige Instanz, die das Auseinanderbrechen der Europäischen Wirtschaftsunion (EWU) abwenden könne – sofern sie rechtzeitig eingreife. Voraussichtlich werde die EZB die Kurzfristzinsen zunächst unter 1,0 Prozent senken, um dann den Kurs der Quantitativen Lockerung einzuschlagen (QE). Solange die politischen Entscheidungsträger jedoch keine Lösung für die Eurozone fänden, könne die Risikoaversion weiter steigen. Franz Wenzel geht davon aus, dass sich die Länder aus dem Euroraum gegen Ende 2012 dem globalen Aufschwung anschließen werden. Diese Entwicklung würde risikoreichere Anlageformen, wie zum Beispiel Aktien, begünstigen. Zum heutigen Zeitpunkt jedoch setzen die Experten von AXA Investment Managers auf sichere Staatsanleihen und hochwertige Unternehmensanleihen.