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Deutscher Projektentwicklermarkt in sichtbarer Bewegung

In den deutschen Projektentwicklermarkt ist 2007 sichtbar mehr Bewegung geraten. Sinkende Leerstände und steigende Mieten forcierten im Bürosektor die Bautätigkeit, merklich gestiegen ist jedoch vor allem die Attraktivität von Projektentwicklungen im
Wohnsegment. 2007 befanden sich 165% mehr Wohnflächen im Bau als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Auffällig ist in diesem Zusammenhang der Trend zu hochwertigen und höher- preisigen Wohnungsprojekten, so das Ergebnis der aktuellen Projektentwicklerstudie der BulwienGesa AG, Berlin/München. Für die zum zweiten Mal in Folge durchgeführte Untersuchung erfassen und analysieren die unabhängigen Immobilienmarktforscher die jeweiligen Projektvolumina der sieben großen deutschen A-Städte. 2007 wurde für Berlin, Düsseldorf, Frankfurt am Main, Hamburg, Köln, München und Stuttgart insgesamt ein Projektvolumen von über 21 Mio. m² identifiziert und ausgewertet. 2006 waren es noch 18 Mio. m². Komplettiert wird die Studie zudem durch eine Befragung von einer repräsentativen Auswahl an Projektentwicklern, wodurch sich Aussagen zu den Facetten der Branche, ihrer Kapitalstruktur und Betätigungsfelder treffen lassen.

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Insgesamt mehr Projekte, mehr Volumen und auch mehr im Bau
In den sieben deutschen Topstandorten befanden sich im vergan- genen Jahr 1.651 Projekte mit einem Gesamtvolumen von 21,55 Mio. m² in Planung, im Bau bzw. in der Fertigstellung. Im Vergleich zum Untersuchungszeitraum des Vorjahres bedeutet dies bezogen auf die Fläche einen Zuwachs um 20% und in Bezug auf die Anzahl der Vorhaben eine Steigerung um 44%. "Mit ursächlich für diese Entwicklung ist unter anderem das positive konjunkturelle Umfeld", erläutert Sven Carstensen, Leiter der BulwienGesa- Studie. Dies schlage sich auch in einem hohen Realisierungs- volumen nieder. So würden derzeit Projekte mit einem
Gesamtvolumen von rund 5 Mio. m² realisiert. "Das ist nahezu doppelt so viel wie im Vorjahreszeitraum", so Carstensen. Bis 2012 befänden sich 15 Mio. m2 in der Fertigungspipeline, was einem Schnitt von rund 3 Mio. m2 p.a. entspricht. Zum Vergleich: In der vorangegangenen Studie waren es nur 2,2 Mio. m².

Wohnungsbauprojekte legten zu
Das Projektentwicklungsvolumen ist in fast allen Nutzungs- segmenten gestiegen, am stärksten jedoch im Wohnungssektor. Dort verzeichnete BulwienGesa einen Anstieg von 165%. Hingegen registrierten die Marktanalysten bei Büroprojekten einen Rückgang der Fertigstellungen, was in erster Linie auf die verhaltene Bautätigkeit in einst gesättigten Märkten zurückgeführt wird. Die Bautätigkeit hat jedoch aktuell wieder zugenommen: Im
Vergleich zur letzten Untersuchung ist das Volumen der im Bau befindlichen Büroprojekte um 50% angestiegen. "Wir beobachten aktuell die Tendenz: Je kleiner die Projekte, desto höher die Wahrscheinlichkeit der Realisierung", ergänzt Sven Carstensen.

Regionale Developer im Kommen
Geht es um große Projekte so wird das Developergeschehen in den untersuchten Märkten insbesondere von kapitalstarken überregional bzw. international agierenden Akteuren beherrscht. Allerdings hat sich der Anteil der regional aktiven Player gegenüber dem Vorjahr merklich erhöht, heißt es in der BulwienGesa-Studie. Gemessen am Flächenvolumen entfallen rund 39,5% auf überregionale und 38,5% auf regionale Marktteilnehmer. Internationale Unternehmen haben einen Anteil von etwa 19%.

Betätigungsfeld stark diversifiziert
Projektentwickler haben ihr Tätigkeitsspektrum im vergangenen Jahr stark erweitert. Zwar betätigt sich nach wie vor die überwiegende Mehrheit der befragten Unternehmen im Bürosektor (71.1%). Doch auch die Nutzungen Einzelhandel und Wohnen rangieren mit Platz zwei sehr weit oben (jeweils 64,9%). Im Vergleich zur vorangegangenen Erhebung konnten beide Segmente um 20%-Punkte zulegen. 41,2% der befragten Developer gaben an, sich mit Hotelimmobilien zu beschäftigen. "Das unterstreicht die Attraktivität des deutschen Hotelmarktes", so Marktforscher Carstensen. Auch Seniorenimmobilien nehmen
einen bedeutenden Anteil auf dem Betätigungsfeld von Projektentwicklern ein. Während sich 2005 gerade einmal 14% mit dieser Spezialimmobilie befassten, gaben 2007 bereits knapp
28% der Befragten an, sich in diesem Marktsegment zu betätigen. Dieser Anteil werde künftig noch weiter wachsen, prognostiziert die BulwienGesa AG.