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Deutsche Ferienimmobilien trotzen der Finanzkrise

Derzeit dominieren Hiobsbotschaften über schlingernde Unternehmen, Bankenpleiten, das Einstellen von Investitionen und Verschieben von Projekten die Nachrichten. Welche Konsequenzen hat diese weltweite rezessive Entwicklung für den Tourismus in Deutschland? Ist im kommenden Jahr mit verwaisten Stränden an Nord- und Ostsee zu rechnen? Ganz im Gegenteil. Urlaubsexperten prognostizieren, dass die deutsche Tourismusindustrie gestärkt aus der Krise hervorgehen wird.

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„Aus der Vergangenheit wissen wir, dass in Zeiten schwachen Wirtschaftswachstums ein Wechsel von Fern- zu Nahdestinationen stattfindet“, sagt Miro Morczinek, Country Manager von HomeAway Deutschland. Der Trend der letzten Jahre zum Urlaub in heimischen Regionen wird wachsen, da neue Zielgruppen erschlossen werden, die vormals eine teure Fernreise bevorzugten und nun den günstigeren Urlaub im eigenen Land wählen. Neben dem niedrigeren Preisniveau im Vergleich zum Ausland besitzt ein nahes Reiseziel angesichts unsicherer Spritpreise den Vorteil einer kurzen Anreise. Forschungs-ergebnisse des Leipziger Instituts für empirische Forschung (LEIF-Institut) belegen, dass viele Menschen selbst in finanziellen Krisenzeiten lieber auf etwas anderes verzichten als auf den Urlaub.

„Dabei wird die Erschließung neuer Zielgruppen, die nun statt in exotischen Gefilden im Inland Erholung suchen, die zu erwartenden Veränderungen im Reiseverhalten überkompensieren“, sagt Per Barlag Arnholm, geschäftsführender Gesellschafter des Ferienimmobilienanbieters Kristensen Group Deutschland. Neben der sinkenden Zahl an Kurzurlauben würden Urlauber stärker auf Ferienwohnungen und Ferienhäuser setzen. Diese stellen nämlich – insbesondere für Familien – eine preisgünstige Alternative zum Hotel dar und bieten darüber hinaus mehr Komfort, Privatsphäre und eine flexiblere Urlaubsgestaltung.

Steigendes Preisbewusstsein bei hohen Ansprüchen an die Qualität des Angebots konstatiert Klaus Wäschle vom Touristikunternehmen SARCON: „Unsere Kunden nutzen bereits heute verstärkt Frühbucherrabatte, sowie besondere Angebote und bestellen zunächst Grundpakete, die bei Bedarf vor Ort durch Zusatzleistungen ergänzt werden.“ „Trotz des Preisbewusstseins werden gute Lagen und eine hochwertige Ausstattung immer wichtiger“, so Wäschle. Als Krisengewinner erweist sich im Tourismussektor das Nischensegment der Ferienimmobilien, da sie eine preisgünstige Übernachtungsalternative darstellen. „Unsere Prognose ist, dass in den nächsten zwei Jahren Ferienhausübernachtungen in Deutschland von 34 Prozent auf über 40 Prozent steigen werden“, sagt Morczinek. Besonders beliebt werden weiterhin die deutsche Nord- und Ostseeküste sowie die Mecklenburgische Seenplatte und die Alpenregion sein.

Dies wird auch Auswirkungen auf das Preisniveau von Urlaubsdomizilen haben. „Die positive Wertentwicklung von Ferienimmobilien in guten Lagen wird sich fortsetzen, da der deutsche Markt im internationalen Vergleich noch unterbewertet ist“, stellt Arnholm fest. Insbesondere in Krisenzeiten sind Ferienimmobilien ein beliebtes Anlagesegment, da sie einen stabilen und sicheren Sachwert darstellen und im Falle der Vermietung den Eigentümern zusätzliche Mieteinnahmen und Steuervorteile verschaffen. Die derzeit günstigen Finanzierungskonditionen sowie die Aussicht auf weitere Zinssenkungen 2009 machen eine Investition in das attraktive Nischensegment interessant.