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Deutsche Autobahnen

Im Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung e. V. (IÖR) wurde die Entwicklung und Umweltwirkung des deutschen Autobahnnetzes von 1935 bis 2000 analysiert.

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Autobahn-Anschlussstellen haben eine hohe Anziehungskraft für Siedlungsentwicklungen wie Gewerbe und Arbeiten, die Flächeninanspruchnahme ist in diesen Bereichen erheblich höher. Die Arbeiten des IÖR ermöglichen Prognosen zur Siedlungsentwicklung um neue Anschlussstellen von Autobahnen. Sie stellen ein wichtiges Instrument für eine zukünftig umweltverträgliche, flächenschonendere und effizientere Planung dar sowohl für den Bundesverkehrswegeplan wie auch das transeuropäischen Verkehrsnetzwerkes.Autobahnen sind Lebensadern moderner Staaten. Deutschland hat weltweit das dichteste Autobahnnetz. Mit einer Gesamtlänge von ca. 12 000 km ist es nach den USA das zweitlängste der Welt. Im Bundesverkehrswegeplan werden die volkswirtschaftlichen Vorteile wie umweltorientierte Nachteile (Lärm, Schadstoffe usw.) berücksichtigt. Wenig Beachtung fanden bisher jedoch die Auswirkungen an den Zubringern der Autobahnen. Im Laufe von 10 und mehr Jahren siedeln sich dort Industrie und Gewerbe an, Wohnsiedlungen entstehen. Damit verbunden sind erhebliche Auswirkungen auf Umwelt und Landschaft. Bis 2015 sind weitere 1 730 km Autobahn in Deutschland geplant, zusätzlich entstehen transeuropäische Verkehrskorridore. Angesichts der Umweltauswirkungen und des mit 93 h pro Tag (2003) zu hohen Flächenverbrauchs in Deutschland sind Grundlagendaten für eine verbesserte Planung notwendig.Im Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung e. V. (IÖR) wurde nun die Entwicklung und Umweltwirkung des deutschen Autobahnnetzes von 1935 bis 2000 analysiert. Dazu wurde der Verlauf und das Fertigstellungsdatum jedes der ca. 2 000 Autobahnabschnitte erfasst. Aus diesen Geodaten und unter Nutzung des Flächennutzungsdatensatzes CLC2000 wurden verschiedene räumliche Indikatoren berechnet. Dazu gehören die Entwicklung der Erreichbarkeit des Autobahnnetzes sowie die spezifische Flächennutzung um die Trassen. Autobahn-Anschlussstellen haben eine hohe Anziehungskraft für Siedlungsentwicklungen wie Gewerbe und Arbeiten. Dies konnte durch den Vergleich des Anteils bebauter Fläche um Anschlussstellen mit bundesdeutschen Durchschnittswerten nachgewiesen werden. So ist der Anteil von Siedlungsflächen im Umfeld der Anschlüsse um den Faktor 7, bei Flächen mit Wohnbebauung um das Dreifache höher als im bundesweiten Durchschnitt.Den positiven Aspekten eines dichten Autobahnnetzes steht eine Reihe bedenklicher Umweltwirkungen gegenüber. Durch das Autobahnnetz sind über 10 000 km² der Bundesfläche stark verlärmt, und die Zerschneidungswirkung der Autobahn ist durch Wildfangzäune, Lärmschutzwände, Leitplanken, ihre Breite und Verkehrsdichte besonders stark. Die Arbeiten des IÖR ermöglichen Prognosen zur Siedlungsentwicklung um neue Anschlussstellen von Autobahnen. Sie stellen ein wichtiges Instrument für eine zukünftig umweltverträgliche, flächenschonendere und effizientere Planung dar. Die Forscher um Dr. Gotthard Meinel schlagen vor, die ermittelten und nach Raumkategorien differenzierten Flächennutzungsbilanzen zukünftig für die Weiterentwicklung der Bundesverkehrswegeplanungen und des transeuropäischen Verkehrsnetzwerkes (TEN) zu nutzen. Die Ergebnisse zu Flächennutzung, Erreichbarkeit, Erschließungsqualität sind zusammen mit interaktiven Karten unter http://map.ioer.de/website/autobahn/index.htm verfügbar.