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Der neue Energiepass ist Pflicht

Lange wurde über ihn diskutiert, jetzt wird er offiziell eingeführt: Ab dem 1. Juli 2008 ist der neue Energiepass für Wohnimmobilien für alle Immobilienvermieter und -verkäufer Pflicht. Allerdings mit einigen Einschränkungen.

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„Nicht alle Immobilienbesitzer müssen ihn sofort ausstellen lassen und nicht alle brauchen den gleichen Pass“, erklärt Karlheinz Riegger, Leiter Private Immobilien beim Stuttgarter Bankhaus Ellwanger & Geiger und gibt einen Überblick über alle wichtigen Fakten rund um den neuen Energiepass.

Wozu ein Energiepass?
Der Energiepass kategorisiert Wohnhäuser in europaweit einheitliche Effizienzklassen ein, von A (sehr effizient) bis I (wenig effizient). „Energieverlust über Wände, Dach, Fenster oder veraltete Heizungen kostet jedes Jahr viel Geld – daher muss der Käufer vor dem Kauf wissen, was eine Immobilie pro Jahr zusätzlich an Kosten verursacht“, befürwortet Karlheinz Riegger die Einführung des Energiepasses.

Verbrauchsorientiert oder bedarfsorientiert?
Zwei verschiedene Pässe wird es geben: Den verbrauchsorientierten und den bedarfsorientierten Energiepass. Der verbrauchsorientierte gibt den jährlichen Gesamtenergieverbrauch des bisherigen Nutzers an. Das hat den Nachteil, dass die Daten in weiten Teilen vom Verhalten des jeweiligen Bewohners abhängen. Der Vorteil liegt im Preis: Etwa 100 Euro soll der verbrauchsorientierte Energiepass kosten, bei dem der Nutzer die Daten selbst erfasst und dem Aussteller mitteilt. Das geht theoretisch auch via Internet. Von diesen Billigangeboten rät Riegger aber ab: „Nicht alle Energiepässe, die im Internet angeboten sind, enthalten alle relevanten Daten. Die Vorlage unvollständiger Energiepässe kann mit hohen Bußgeldern bestraft werden.“

Unabhängig vom bisherigen Nutzer ist der bedarfsorientierte Energiepass. Er enthält Informationen über das Baumaterial, die Dämmung und das Heizsystem des jeweiligen Objekts. Außerdem werden Heiz-, Wasser und Klimaanlagen begutachtet und der individuelle Verbrauch von Gas, Öl, Strom usw. festgehalten. Aus diesen Daten geben die Aussteller Empfehlungen zur Modernisierung des Gebäudes. Dabei begutachten Fachleute das Gebäude, was inklusive der Passausstellung etwa 1.500 Euro kostet. Als Fachleute gelten neben Architekten, Bauingenieuren und Innenarchitekten auch entsprechend geschulte Energieberater, Schornsteinfeger, Maschinenbauer oder Elektrotechniker.

Wer braucht welchen Energiepass?
Grundsätzlich muss der Energiepass nur dann ausgestellt werden, wenn der Eigentümer das Objekt verkaufen oder neu vermieten will. Wer also im Eigenheim wohnt und daran nichts ändern will, braucht auch keinen Pass. Wer seit 2002 neu gebaut oder sein Gebäude komplett saniert hat, erhielt vom Architekten, Bauträger oder der Fertighausfirma automatisch einen gültigen Energiepass. Eigentümer von Häusern mit bis zu vier Wohnungen, die vor 1965 errichtet wurden, haben bis zum 1. Oktober 2008 die freie Wahl zwischen einem verbrauchs- und einem bedarfsorientierten Energiepass. Ab 1. Oktober ist auch für sie der der bedarfsorientierte Pass Pflicht. Häuser mit bis zu vier Wohnungen, die nach 1965 bis Ende 1977 gebaut wurden, brauchen erst ab dem ersten Januar 2009 den bedarfsorientierten Energiepass. Häuser, die zwischen 1978 und 2002 gebaut wurden sowie Häuser mit mehr als vier Wohnungen haben die generelle Wahlfreiheit zwischen einem bedarfs- und einem verbrauchsorientiertem Energiepass.

Ob gebrauchs- oder bedarfsorientiert, Karlheinz Riegger rät immer zu einer Ortsbegehung durch einen Fachmann. „Je genauer die Daten, desto aussagekräftiger der Pass.“ Nur der Fachmann kann die Gebäudedaten genau erfassen und sinnvolle Empfehlungen zur Modernisierung geben.