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Demografie-Gipfel der Bundesregierung

Die demografische Entwicklung in Deutschland zeichnet sich schon seit Jahren deutlich ab: Immer mehr Menschen werden immer älter, während gleichzeitig die Zahl der Gesamtbevölkerung sinkt. Eine Prognose der Organisation für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit (OECD) erwartet eine Steigerung der Lebenserwartung um etwa sieben Jahre in den nächsten fünf Jahrzehnten. Die Bevölkerung in Deutschland wird bis 2060 um 20 % zurückgehen, jeder Dritte wird dann über 65, jeder Siebte über 80 Jahre alt sein.

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Dieser Prozess stellt besondere Anforderungen an das Pflege- und Gesundheitswesen, an die Rentenkassen, die Wirtschaft, die Infrastruktur allgemein und an den zukünftigen Wohnungsbau. Vor allem ländliche Gegenden und kleine Städte und Kommunen werden weiter ausbluten. Die großen Städte werden vorerst weiter wachsen, aber die Probleme stellen sich auch dort. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) will auf einem Demografie-Gipfel nun mit Fachleuten aus Poltik, Wirtschaft und Gesellschaft nach Lösungen suchen.

Der Deutsche Städte- und Gemeindebund fordert eine grundlegende Sozialstaatsreform. Es sei langfristig unmöglich, dass immer weniger junge Menschen für die stetig wachsende Zahl der Älteren aufkommt. Ähnlich äußert sich der Präsident des Landkreistages, Hans Jörg Duppré, vor allem im Hinblick auf strukturschwache Gebiete. Er regt zudem die Schaffung einer Koordinierungsstelle für alle demografischen Fragen im Kanzleramt an und verlangt eine Überprüfung zukünftiger Gesetze im Hinblick auf die Veränderungen in der Demografie. Die Wirtschaft sorgt sich um die Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt, vor allem bei Fachkräften. Laut DIHK-Präsident Hans Heinrich Driftmann braucht es mehr familienfreundliche, flexible Arbeitszeitmodelle sowie eine höhere Zuwanderung aus dem Ausland.

Auch auf die Bau- und Immobilienbranche kommen große Veränderungen zu. Axel Gedaschko, Präsident des GdW betont, dass die Bereitstellung genügend altersgerechter Wohnungen nur über Bestandsumbauten Erfolg haben werde. Hier hinken die Zahlen der Realität weit hinterher. Gedaschko führt weiter aus, dass die barrierefreie Neugestaltung von Wohnungen allerdings nicht ausreiche. Auch die Infrastruktur der Quartiere müsse entsprechend angepasst werden. Zusätzlich fordert er eine große Reform im Pflege- und Gesundheitswesen, die den demografischen Wandel berücksichtigt, sowie eine Stärkung und finanzielle Förderung ehrenamtlicher Tätigkeiten.

Der Grundtenor aller Beteiligten ist, dass die Herausforderungen der nächsten Jahrzehnte nur gemeinsam zu stemmen sind, nicht neben- oder gar gegeneinander.