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Defizite in der Innenstadt nicht durch Center ausgleichen

Das Maklerunternehmen Lührmann warnt vor den Folgen der immer weiter ausufernden Ausbreitung von Shopping-Centern in den deutschen Innenstädten. Reinhard Blanke, verweist im Zusammenhang mit dem seit der Kommunalwahl in Oldenburg dort wieder auf der Kippe stehenden Einkaufscenter der ECE auf die öffentliche Diskussion um Sinn und Unsinn solcher Centeransiedlungen und der damit verbundenen Vermehrung der Verkaufsflächen in Städten wie Oldenburg, Braunschweig, Celle oder Hameln.

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Insbesondere die einschlägigen Argumente der Centerentwickler, namentlich die vorgebliche Erhöhung der Einkaufsqualität durch neue Mieter in dem Center, die in den Fußgängerzonen bisher keinen Platz finden konnten, weist Blanke weit von sich. Dieses Problem, so Blanke weiter, ließe sich auch anders lösen. Denn jeder Eigentümer einer der rund 17.000 Einzelhandelsimmobilien in den 1A-Lagen Deutschlands, könne selber Sorge dafür tragen, dass solchen Argumenten der Nährboden entzogen wird. „Durch regelmäßige Investitionen in die eigene Immobilie, und sei es nur, um der Fassade neuen Glanz zu verleihen, kann jeder Vermieter heute ein Stück dazu beitragen, nicht irgendeinen schönen Tages Opfer der eigenen Untätigkeit zu werden.“ meint Blanke.

Denn, so Blanke weiter, insbesondere nationale oder internationale Magnetmieter, die versuchen, in der Innenstadt Fuß zu fassen, bräuchten entsprechend große Flächen. Hier müssten Eigentümer darüber nachdenken, ob ihre Immobilie optimal genutzt werde und ob die Flächen den Ansprüchen moderner Filialisten noch gerecht werden. Sei dies nicht der Fall, könnten Baumassnahmen wie Zusammenlegungen mehrerer Mietflächen, die Erschließung weiterer Geschosse oder die Überbauung von Hinterhöfen neue Flächen schaffen, die den aktuellen Anforderungen der potenziellen Nutzer auch wirklich entsprächen.

Blanke geht in seinen Überlegungen so weit, dass er auch die Zusammenlegung von nachbarschaftlichen Grundstücken nicht ausschließt, um dieses Ziel zu erreichen. Dies sei allemal besser, als sich irgendwann mit der übermächtigen Konkurrenz eines Centers vor der eigenen Haustür herumschlagen zu müssen.

Seit Jahren versuche mit Hennes & Mauritz beispielsweise einer der weltweit größten Textileinzelhändler, ein Ladenlokal in der Stadt Celle anzumieten, das den Mindestanforderungen für die Präsentation des kompletten Sortimentes gerecht wird. Die Innenstadt Celles ist relativ unübersichtlich und besteht hauptsächlich aus kleinflächigen, oft denkmalgeschützten Mietobjekten. Ein Positivbeispiel aus der Vergangenheit stellt hier die Ansiedlung eines regionalen Einzelhändlers als Partner des Modeunternehmens S. Oliver am Ende der Zöllner Straße dar. Hier wurde eine Immobilie erworben, sehr aufwendig umgebaut und als eine zukunftsfähige Ladeneinheit wieder eröffnet, um eine marktgerechte Fläche anbieten zu können.

Solche Aktionen erfordern Mut, Durchsetzungskraft und einen langen Atem. Denn die gleichen politischen Kräfte, die mit dem Argument fehlender Kaufmagneten Center befürworten sorgen laut Blanke mit ihren Denkmalschutzämtern nicht selten dafür, dass vernünftig konzipierte und durchdachte Entwicklungsideen in den 1A-Lagen abgelehnt oder durch praxisfremde Auflagen unmöglich gemacht werden.

Für Eigentümer ist dies häufig ein Grund, das Handtuch zu werfen, und die Entwicklung der Immobilie lieber einem neuen Eigentümer zu überlassen. Für Entwickler innerstädtischer Geschäftshäuser bietet sich daher ein zunehmend höheres Potenzial, mit guten Konzepten, entsprechenden Mieterkontakten und langjähriger Erfahrung mit vergleichbaren Projekten, einen Gegenpol zu den Centerentwicklern zu bilden.