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Das Dortmunder U - wie wird es aussehen?

Das war nicht nur die Frage des Preisgerichts, sondern auch die einer interessierten Öffentlichkeit, die mit Spannung die Ergebnisse des Archi- tektenwettbewerbs zu einem der denkmalgeschützten Wahrzeichen Dortmunds abgewartet hat. Und es bleibt spannend: drei zweite Plätze vergab das Gericht, einen vierten und einen fünften Platz. Drei weitere Entwürfe wurden angekauft. Heute wurde das Ergebnis bekannt gegeben.

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Mit dem Wettbewerbsentscheid ist ein wichtiger Schritt zur Umnutzung des ehemaligen Kellereihochhauses der Union-Brauerei getan. Einem Ratsbe- schluss von 2003 folgend, ist der Erhalt des Industriedenkmals und die museale Nutzung einschließlich der Dependance der Staatlichen Museen zu Berlin (Neue und Alte Nationalgalerie) vorgesehen. Durch die Neuord- nung und Attraktivierung der ehemaligen Industriebrache (Bild 1, v.o.) und der umliegen- den Verkehrsflächen entsteht zukünftig ein citynahes und in die Innenstadt integriertes Stadtquartier mit einem Nutzungsmix aus Fläch- en für Wohnen, Büro- und Verwaltungsgebäude, cityergänzenden Einzel- handel, Gesundheit und Hotel- sowie Gastronomiebetriebe.Die Plätze, die das Entrée zum U-Turm bilden, sollen später über ein interdisziplinäres Wettbewerbsverfahren gestaltet werden.

Preisgerichtsmitglied Prof. Dipl.-Ing. Arch. Walter Noebel erläuterte die Entscheidung der Jury. Von 37 eingereichten Entwürfen „habe sich sehr schnell die Spreu vom Weizen trennen lassen“. Allzu waghalsige Entwürfe hätten außer Acht gelassen, dass es im Wesentlichen um eine Auseinan- dersetzung mit dem Inneren des Turms und seines Annex´, seinen unter- schiedlichen Deckenhöhen und der Vielzahl von Stützen ginge. Umso schwieriger ist die Entscheidung für einen Entwurf gewesen, denn alle drei zweiten Preisträger hätten schlüssige Erschließungskonzepte und Raumqualitäten auf hohem Niveau geliefert. Da es sich um ein VOF-Verfahren handelt, kann die Stadt als Ausloberin jetzt Verhandlungsgesprä- che mit allen Preisträgern führen. Dortmunds OB Dr. Gerhard Langemeyer betonte auch die wirtschaftliche Seite des Projekts. Für die Sanierung und Umnutzung des U-Turms wurde bereits ein erster Investitionskostenrah- men in Höhe von ca. 34 Mio. Euro als Grundlage für den jetzt ausgelobten Architektenwettbewerb erstellt. Aufgrund der „so soliden Vorarbeit“ in Form des Vergleichs der Vorprüfungsergebnisse nach den unterschiedlichsten Kriterien hätte die Stadt „eine gute Grundlage für die nun folgenden Gesprä- che“ mit den ausgezeichneten Büros, und ebenfalls zur Kosten- kalkulation der Umsetzung eines der Entwürfe. Der Kostenrahmen von 34 - 41 Mio. Euro enthalte nun auch die Position „Kathedrale“ (Bild 2, v.o.), das prägnan- te oberste Geschoß des Turms. Die Politik müsse bei diesem auch kontro- vers diskutierten Projekt mit eingebunden werden, dies „werde nach den Gesprächen mit den Preisträgern“ erfolgen. So wichtig die Kostengrundlage war, so war sie doch „nie ein Kriterium für die Bewertung der Entwurfe“, so Langemeyer (einer der Ankäufe lag weit über den Kostenvorgaben), und: „es wird ein unverwechselbares Gebäude sein!“ Als Berater im Preisgericht erläuterte Prof. Dipl. Ing. Bodo Weidlich kurz das Verfahren zur Erstellung des Kostenrahmens. Hierbei wird „sozusagen eine Nullvariante“ als Vor- gabe mit den verschiedensten ausgewiesenen Positionen zu den gewün- schten Qualitätsvorgaben aufgestellt, anhand derer die Kostenangaben der beteiligten Büros zu ihren Entwürfen gemessen und bewertet werden.

Gemäß den Regeln für die Auslobung von Wettbewerben – RAW 2004 hat die Assmann Beraten+Planen GmbH für die Stadt Dortmund den Wettbe- werb koordiniert. In einem ersten Schritt wurden 14 Architekturbüros für diese besondere Aufgabe ausgewählt und zum Verfahren eingeladen. Auf die 26 Plätze, die über ein Losverfahren besetzt worden sind, haben sich insgesamt 743 Architekturbüros aus ganz Europa beworben. Das Preisgericht unter dem Vorsitz von Prof. Dipl.-Ing. Gesine Weinmiller hat folgende Preise und Ankäufe vergeben:

2. Preis: Dirk Buecker, Berlin (Bild 4, v.o.)
2. Preis: Gerber Architekten, Dortmund (Bild 5, v.o.)
2. Preis: Léon Wohlhage Wernik Architekten, Berlin (Bild 6, v.o.)
4. Preis: pmp Architekten BDA, München (Bild 7, v.o.)
5. Preis: Schröder Schulte-Ladbeck, Dortmund (Bild 8, v.o.)