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Das Aus der Real Estate North und die mögliche Krise kleiner Messen

Die Deutsche Messe AG hat die Real Estate North am 11. und 12. Juni im Congress Center Hamburg abgesagt. Als Grund nannte das Unternehmen die „anhaltend angespannte Lage an den Finanz- und Immobilienmärkten“. Man wolle allerdings eine konzeptionelle Neuausrichtung der Messe für das kommende Jahr prüfen, heißt es in der offiziellen Pressemitteilung zur Absage. Ein Einzelfall ist dieses Aus nicht. Bereits im Februar 2012 kam das Ende der Real Vienna, zumindest für 2012 und wohl auch 2013. Es scheint so, als sei das Überleben kleinerer Immobilienmessen neben der MIPIM in Cannes und der Münchner Real Expo derzeit nicht einfach.

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2011 nahmen noch einhundert Aussteller an der Real Estate North teil. 2012 gab es dagegen nur etwa sechzig verbindliche Anmeldungen. Probleme mit den Besucherzahlen gab es allerdings bereits im Vorjahr: Statt erwarteter 3.500 Besucher kamen 1.416. Im Jahr 2012 werden gar keine kommen. Die Messe ist abgesagt. Im Vorfeld hatte man versucht, das Konzept zu erweitern und „Wohnimmobilien“ in die Messe zu integrieren. Geholfen hat es nicht viel und den Weg, den die Real Estate North jetzt gegangen ist, ging die Real Vienna bereits im Februar. „Man sei ein Spiegelbild des Marktes und die Erholung in Osteuropa brauche nun weit länger, als es noch 2009 ausgesehen hat“, sagte Matthias Limbeck, Geschäftsführer des Real Vienna Veranstalters Reed Exhibitions Messe Wien, im Gespräch mit der österreichischen Zeitung „Standard“.

Das Geld scheint nicht mehr so locker zu sitzen, auch in der Immobilienbranche nicht. Messeaauftritte kosten Geld, die Leitmessen Expo Real und MIPIM greifen den Akteuren tief in die Tasche. Entscheider überlegen deshalb sehr genau, auf welchen Messen sie sich präsentieren. Da fallen kleinere Messen unter Umständen schnell einmal durchs Raster. Unterm Strich bleibt derzeit oft nur eine der beiden Großen: die MIPIM oder die Real Expo. Nicht jeder ist damit glücklich. Matthias Limbeck bezeichnete die MIPIM etwa gegenüber dem Standard als eine wenig interessante Messe, deren Stände oft verwaist sind, und die Expo Real als eine zu achtzig Prozent deutsche Messe. Da ist vielleicht nicht jeder optimal aufgehoben?

Über die Aussagen Limbecks kann natürlich gestritten werden. Tatsächlich mag sich aber manch einer auch oder gerade in wirtschaftlich ungewissen Zeiten fragen, ob die großen Messen für die eigenen Zwecke wirklich erste Wahl sind oder ob die Präsenz auf einer kleineren Messe mit gutem Konzept und klarer Ausrichtung auf eine Zielgruppe, die man selbst anspricht, vielleicht doch besser wäre? Die Zeiten für kleinere Messen sind schwierig, aber vielleicht haben Real Estate North und Real Vienna auch einfach nur nicht den richtigen Weg gefunden, um dennoch erfolgreich zu bestehen. Über einen Kamm scheren, lassen sich wohl auch die kleineren Messen nicht. Das Überleben wird schwieriger, aber es ist nicht unmöglich. Und vielleicht ist ja bald auch wieder Platz für die Real Estate North und die Real Vienna? Man wird sehen!