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„Darum prüfe, was lange schützt ...“

Die Feuerverzinkung wird aufgrund ihrer Langlebigkeit und ihrer metallisch-ästhetischen Oberfläche als Korrosionsschutz der ersten Wahl geschätzt. Die Prüfung und Abnahme von feuerverzinkten Konstruktionen ist kein Buch mit sieben Siegeln und auch für Nichtexperten möglich.

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Die Grundlage für die Prüfung und Abnahme von feuerverzinkten Konstruktionen stellt die DIN EN IS0 1461 „Durch Feuerverzinken auf Stahl aufgebrachte Zinküberzüge (Stückverzinken)“ dar.
Entscheidende Kriterien einer Prüfung sind hierbei insbesondere
- die fehlerfreie Ausführung der Verzinkung,
- eine vereinbarungsgemäße Dicke des Zinküberzuges und
- Zinküberzüge mit den zugesicherten Eigenschaften

Die fehlerfreie Ausführung der Verzinkung,
wird in der Regel durch eine Sichtprüfung (visuelle Prüfung) mit dem „unbewaffneten“ Auge, d.h. ohne Zuhilfenahme einer Lupe, eines Mikroskops oder sonstiger Hilfsmittel nachgewiesen. Eine Feuerverzinkung besitzt in der Regel keine verdeckten Mängel, Fehler sind sofort erkennbar. Daher ist eine Sichtprüfung zumeist ausreichend.

Übliche Prüfpunkte sind dabei u. a.:
- ist die Lieferung vollständig
- sind unverzinkte Flächen vorhanden,
- sind Schadstellen fachgerecht ausgebessert
- sind keine Transportschäden vorhanden
- wurden scharfkantige Spitzen entfernt
- sind Reste von Flussmitteln oder Zinkaschen entfernt
- weist das Bauteil sonstige erkennbare Schäden auf

Dunkel- und hellgraue Stellen, z.B. netzförmige Muster von grauen Bereichen oder geringe Oberflächenunebenheiten sind gemäß Norm ebenso wie Weißrost kein Mangel und damit kein Grund zur Zurückweisung. Werden hier höhere, über die Norm hinausgehende Anforderungen an den Zinküberzug gestellt, so sind diese ausdrücklich in die Ausschreibung aufzunehmen bzw. mit dem Verzinker abzusprechen.

Die Dicke des Zinküberzuges
Die Anforderungen an die Mindestdicken der Zinküberzüge sind in DIN EN ISO 1461 festgelegt (Abb. 1). Besondere, davon abweichende Schichtdickenvorgaben sind daher in der Regel unnötig.



Da in der Praxis verfahrensbedingt zumeist Schichtdicken erreicht werden, die deutlich über den Mindestschichtdicken der DIN EN IS0 1461 liegen, ist diesbezüglich eine Nichteinhaltung der Norm eher selten der Fall.

Die Prüfung der Schichtdicke erfolgt üblicherweise nach dem magnetinduktiven Verfahren (Abb.) (DIN EN ISO 2178). Als Schiedsverfahren ist das gravimetrische Verfahren entsprechend EN ISO 1460 anzuwenden. DIN EN ISO 1461 legt eine Mindestanzahl von Teilen fest, die zu prüfen sind und regelt detailliert die Anzahl und Verteilung von Prüfungen. Bei der Ermittlung der Schichtdicke an einzelnen Stellen ist laut Norm stets der Mittelwert aus 5 Einzelmessungen heranzuziehen. Bei zerstörungsfreien Messverfahren wird darauf hingewiesen, dass Schichtdickenmessungen nicht im Bereich von Schnittkanten und nicht in einer Zone von <10 mm an Werkstückkanten und Ecken durchgeführt werden dürfen. Für Klein-/Schleuderteile gibt es in der DIN EN IS0 1461 spezielle Regelungen.



Mechanische Eigenschaften und Werksbescheinigung
Zinküberzüge haften so fest auf dem Stahluntergrund, dass eine separate Prüfung des Haftvermögens nicht erforderlich ist. Sollte jedoch die Haftung des Zinküberzuges wegen hoher mechanischer Belastungen eine wichtige Rolle spielen, kann man z.B. eine Haftfestigkeitsprüfung gemäß DIN 50978 vereinbart werden. Sollen darüber hinaus bestimmte mechanische Anforderungen erfüllt werden, so kann eine Probeverzinkung hierüber Aufklärung liefern.
Ein Verzinkungsbetrieb kann darüber hinaus die ordnungsgemäße Durchführung der Verzinkungsarbeiten durch die Ausstellung einer Werksbescheinigung gemäß DIN EN 10204, schriftlich bestätigen.

Kurzzeittest nicht anwendbar
Zinküberzüge sind extrem langlebig und beweisen dies seit vielen Jahrzehnten. In Korrosions-Kurzzeittests (z.B. Salzsprühtest nach DIN ISO 7253) zeigen sie ein weniger positives Verhalten. In der Praxis bilden Zinküberzüge schützende Deckschichten. Bei üblichen Kurzzeittests wird die Bildung dieser Deckschichten verhindert und der Zinküberzug wird relativ stark angegriffen und abgetragen. Derartige Testbedingungen sind in der Praxis nicht anzutreffen und für Zinküberzüge nicht sinnvoll anzuwenden. Aus diesem Grunde scheiden Korrosions-Kurzzeittests für die Überprüfung der zu erwartenden Schutzdauer von Zinküberzügen in aller Regel aus. Informationen über die zu erwartende Schutzdauer von Zinküberzügen liefert DIN EN ISO 14713.

Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass Zinküberzüge relativ einfach zu überprüfen sind. Mängel, sofern vorhanden, sind in der Regel leicht erkennbar. Zur Vermeidung von zusätzlichen Kosten und Zeitverzug sollte eine Prüfung und Abnahme bereits in der Verzinkerei erfolgen.