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Startbahnprojekt mit ungewissem Ausgang

CSU-Kritik an Münchener Flughafenausbau

Nur wenige Wochen vor einer CSU-Entscheidung über den Bau einer dritten Startbahn am Münchener Flughafen, stellt der Umweltarbeitskreis der CSU den Flughafenausbau infrage, während sich die Verkehrskommission der CSU mit der Vorsitzenden Daniela Ludwig fast zeitgleich für die Investition aussprach. Ministerpräsident Seehofer hat bisher mehrfach durchblicken lassen, dass er für eine Verschiebung des Flughafenausbaus plädiert. Die führenden CSU-Umweltpolitiker positionieren sich damit eindeutig ablehnend in einer Phase, in der Ministerpräsident Seehofer versucht, in seiner Partei zwischen den Befürwortern und Gegnern des Projekts zu vermitteln.

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In einem an Parteichef Horst Seehofer gerichteten Brief schlagen die Umweltpolitiker der CSU als Alternative zu einer Erhöhung der Kapazitäten in München vor, dort zusätzlich benötigte Flugbewegungen an den Flughafen Nürnberg zu verlagern. Dazu sei lediglich eine bessere Koordination der Flugverbindungen zwischen den beiden Flughäfen notwendig, um einen so genannten Tandembetrieb der beiden Airports zu ermöglichen. In ihrem Vorschlag weisen die christlich-sozialen Politiker darauf hin, dass der Bau der dritten Startbahn 900 Hektar heute noch im Naturzustand belassene Fläche kosten würde, von denen 350 Hektar durch Überbauung dauerhaft versiegelt würden.

Der Bundestagsabgeordnete und Vorsitzende des Umweltarbeitskreises der CSU, Josef Göppel, stellte die Notwendigkeit einer dritten Start- und Landebahn in München grundsätzlich in Abrede. Er verwies in diesem Zusammenhang auf die sinkende Zahl der Flugbewegungen und die noch ausgelastete zweite Start- und Landebahn. Göppel hält der Münchener Flughafengesellschaft in diesem Zusammenhang vor, falsche Statistiken vorzulegen, um die wahre Auslastung zu verschleiern. So habe der Flughafen 2015 Flugbewegungen von Kleinflugzeugen und schlecht ausgelastete Verbindungen in Spitzenzeiten verlagert. Darüber hinaus wurden im angeblichen Hochbetrieb zeitgleiche Verbindungen von Air Berlin und Lufthansa angeboten. Der Sprecher der Organisation Plane Stupid Germany, Ludwig Grüll, bestätigte, dass ihm schon seit geraumer Zeit Daten vorliegen, die Göppels Vorwürfe untermauern.

Ein Sprecher des Münchener Flughafens verwahrte sich nicht nur gegen die Manipulationsvorwürfe, sondern qualifizierte den Vorschlag für einen Tandembetrieb mit Nürnberg als unrealistisch für ein Drehkreuz und damit nicht machbar.

Autor: Henning Rüffer

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