Cookie Fehler:

Cookies sind in Ihrem Browser deaktiviert. Um alle Funktionen z.B. das Login nutzen zu können, müssen Cookies aktiv sein. Bitte aktivieren Sie Cookies in Ihrem Browser.

    Drucken Drucken  Diesen Artikel zu den Favoriten hinzufügen Favoriten

China: Trotz geplanter Steuerreform haben Investoren Bedenken

Am 1. Januar 2008 stehen wichtige Veränderungen im chinesischen Unternehmenssteuerrecht an: die Steuersätze für ausländische Unternehmen werden auf den nationalen Satz in Höhe von 25 Prozent angehoben. Außerdem werden bei der Verrechnungspreisgestaltung und Besteuerung von Auslandsgewinnen international anerkannte Konzepte eingeführt. An dem Gesetz wurde über 10 Jahre lange gefeilt.

.

Aus diesem Anlass führte KPMG eine Befragung zum Investitionsstandort China unter den Teilnehmern des „KPMG´s Asia Pacific Tax Summit“ durch, der Mitte April in Peking statt fand. Befragt wurden 350 Teilnehmer, die über 70 multinationale Unternehmen repräsentieren. Die geplante einheitliche Besteuerung von einheimischen und internationalen Unternehmen wurde von der Mehrheit der Befragten als richtiges Signal an die westliche Welt gewertet.

„Durch die Steuerreform werden einige tax incentives schrittweise abgebaut“, so DDr. Hans Zöchling, Geschäftsführer der KPMG in Wien, der selbst österreichische Unternehmen bei Investitionen nach China berät. „Allerdings bleibt China auch mit der Anhebung des Steuersatzes ein reizvoller Investitionsstandort. Mithilfe des Doppelbesteuerungsabkommens mit China, der österreichischen Gruppenbesteuerung sowie des internationalen Schachtelprivilegs können attraktive steuerliche Rahmenbedingungen geschaffen werden.“

Die von KPMG durchgeführte Befragung verdeutlicht jedoch auch, dass der steuerliche Aspekt nur eines der Kriterien für eine Investitionsentscheidung in China ist. Aus der Studie ging eindeutig hervor, dass vor allem drei große Bereiche bei potentiellen Investoren Bedenken hervorrufen: die rechtliche Unsicherheit (32,8 Prozent), die chinesische Bürokratie (22,6 Prozent) und der Schutz des geistigen Eigentums (21,9 Prozent).

„Obwohl sich China verstärkt um den Schutz geistigen Eigentums kümmert, sind österreichische Unternehmen derzeit nicht bereit, wertschöpfungsintensive Bereiche wie Forschung und Entwicklung auszulagern“, meint Dr. Verena Trenkwalder, Steuerexpertin und Geschäftsführerin der KPMG in Linz.

34 Prozent der Befragten sehen eine unabhängige Justiz als wichtigste Institution an, um langfristig das Vertrauen in die Wirtschaft eines Landes zu sichern. Die unabhängige Justiz wurde noch vor „guten Finanzaufsichtsbehörden“ (28 Prozent) und einem „modernen Bankensystem“ (11 Prozent) genannt.

Die Umfrage zeigt in Summe, dass China als Investitionsstandort mehr Vertrauen als je zuvor genießt.