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Bankenstudie: CEE-Bankensektor wächst immer noch stärker als EU-Durchschnitt

Mittel- bis langfristig hat der CEE-Bankensektor unverändert das Potenzial ein über dem EU-Durchschnitt liegendes Umsatz- und Ertragswachstum zu erzielen, da bei Finanzdienst­leistungen nach wie vor eine Marktdurchdringungslücke besteht. So lautet eines der wichtigsten Ergebnisse der jüngsten CEE-Bankenstudie des Bereiches CEE Strategic Analysis der UniCredit. Obwohl Ende 2011 in der CEE-Region knapp 1.5 Billionen Euro an Krediten aushafteten - ein Anstieg um etwa 9% im Jahresvergleich -, lagen die Verbindlichkeiten gemessen am BIP in CEE bei schätzungsweise 49%, während sie in der Eurozone 120% betrugen. Spielraum besteht im Gegensatz zu den Verbraucherkrediten vor allem noch bei Unternehmenskrediten und Hypothekenfinanzierungen. Große Unterschiede zeigen sich auch zwischen den einzelnen Ländern, wobei Russland und die Türkei im Zeitraum 2011-2015 den größten Beitrag zum Kreditwachstum leisten dürften.

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CEE: Aufgeteilt in zwei Hälften
„In Zukunft wird das Wirtschaftswachstum strukturell voraussichtlich geringer und das regionale Wachstumsgefälle stärker ausgeprägt sein als bisher“, meint Gianni Franco Papa, Head of CEE Division in der UniCredit. „Zentral- und Osteuropa wird dabei weiter in zwei Hälften geteilt sein, wobei einerseits größere Volkswirtschaften fast ungebremst wachsen, während andere unter strukturellen Schwächen und größerer Abhängigkeit von der europäischen Peripherie zu leiden haben werden.“ Mittelfristig sehen die Analysten von UniCredit immer noch ein kräftiges Aufhol­potenzial, das durch eine steigende Produktivität und Konvergenz des Lohnniveaus unter­strichen wird. Dies spiegelt sich auch in den langfristigen BIP-Prognosen der Analysten wider, die für die CEE-Region im Durchschnitt über 4% liegen. Langfristig sollte der regionale Aufhol­prozess von einer Diversifizierung der Wirtschaft und einer Stärkung des Handelssektors getragen werden. Vor diesem Hintergrund werden sich Bankkredite, die diesen Wandel unterstützen, als entscheidend erweisen.

Ausgewogenere Finanzierungsstruktur erwartet
Im vergangenen Jahr nahmen die Kreditaktivitäten in CEE weiter zu, wenn auch weniger rasch als 2010, während das Wachstum in H2 wegen der anhaltenden Turbulenzen auf den Finanzmärkten und auf Grund des sich rapide eintrübenden Refinanzierungsumfelds langsam abflaute. Bestimmend für das Kreditgeschäft war das Firmenkundensegment, das vom zyklischen Wirtschaftsaufschwung 2010 und in H1 2011 profitierte.

„Anfang 2011, als sich die Liquiditätssituation verbessert hatte und klar wurde, dass der Einlagenwettbewerb für die Ertragssituation der Banken schädlich war, gingen die Institute von ihrem Einlagenfokus ab, woraufhin ein gewisses Releveraging eintrat“, hält Fabio Mucci, Head of CEE & Poland Strategic Planning in der UniCredit, fest. In H2 2011 leiteten die Banken jedoch eine Trendumkehr ein, denn auf Grund der Krise kam es im Euroraum zu einer Liquiditätsklemme und das Spiel lautete plötzlich wieder „Kampf um die Einlagen“. Teilweise war die Liquiditätsknappheit infolge geringerer Finanzierungszuflüsse aus dem Ausland eingetreten, zu denen sich in einigen Fällen eine restriktive Zentralbankpolitik gesellte, um den Schwächen der lokalen Währung entgegenzuwirken.