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CB Richard Ellis: Finanzkrise führt zu sinkendem Transaktionsvolumen in Europa

Jan Linsin, Head of Research

Die gegenwärtige Finanzkrise hat flächendeckenden Einfluss aus den europäischen Investmentmarkt für Gewerbeimmobilien. Nachdem in der zweiten Hälfte des Jahres 2007 zunächst nur in Großbritannien das Transaktionsvolumen zurück ging ist der Einfluss der Situation auf den Kapitalmärkten jetzt in fast allen europäischen Ländern zu spüren. Demzufolge ging das europäische Transaktionsvolumen in den ersten sechs Monaten des Jahres 2008 zurück. Auf den Gewerbeimmobilienmärkten in Europa wurden in diesem Zeitraum 66,5 Milliarden Euro umgesetzt, ein Rückgang von 46 Prozent gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum. Dies geht aus dem heute auf der Immobilienmesse Expo Real in München vorgestellten europäischen Investmentbericht des Immobilienberatungsunternehmens CB Richard Ellis (CBRE) hervor.

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Generell am stärkten betroffen sind die großen europäischen Märkte und einige Länder in Zentral- und Osteuropa. Auf allen Immobilienmärkten haben wir aber zurzeit unterschiedliche Erwartungen auf Käufer- und Verkäuferseite, die zu dem Rückgang der Transaktionsniveaus führen“, sagt Nick Axford, Head of EMEA Research bei CB Richard Ellis. "Trotz der Kreditkrise sind die Investoren weiter an einer Internationalisierung interessiert. Über die Hälfte aller Transaktionen haben einen grenzüberschreitenden Charakter", so Axford weiter.

Fabian Klein, Head of Investment bei CB Richard Ellis in Deutschland kommentiert: "Wegen der nochmals zugespitzten Situation aufgrund der jüngsten Entwicklungen an den Kapitalmärkten, gehen wir für 2008 in Deutschland nur noch von einem Transaktionsvolumen von 22 bis maximal 25 Milliarden Euro aus. Im letzten Quartal dürften die aktuelle ohnehin schon dominierenden eigenkapitalstarken deutschen institutionellen Investoren den Markt weiter beherrschen."

Peter Schreppel, Head of International Investment bei CBRE Deutschland: "Auch der deutsche Immobilienmarkt spürt die Auswirkungen der Subprime-Krise, dennoch sind Renditeverschiebungen für gute Produkte in guten Lagen deutlich moderater ausgefallen als in einigen anderen europäischen Regionen."

Die abwartende Haltung auf den Investmentmärkten macht sich auch im Vermietungsbereich bemerkbar. So ging in den führenden fünf Bürostandorten in Deutschland der kumulierte Vermietungsumsatz (Januar bis September 2008) im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um knapp fünf Prozent auf insgesamt rund 1,73 Millionen m² zurück. Dennoch zeigt sich im langfristigen Durchschnitt hier ein recht zufrieden stellendes Bild. Trotz der angespannten Lage erwartet CBRE keinen abrupten Einbruch an den deutschen Vermietungsmärkten.

Jan Linsin, Head of Research bei CB Richard Ellis in Deutschland, dazu: "Für das Gesamtergebnis 2008 rechnen wir an allen Standorten mit einem Umsatzvolumen leicht unterhalb des Vorjahresniveaus. Aktuell wird diskutiert, inwieweit sich Kosteneinsparungs- und Restrukturierungsprozesse der Banken auf den Finanzplatz Frankfurt auswirken werden. Wir rechnen infolge eines hohen Umstrukturierungsbedarfs mit einer zunehmenden Nachfrage vor allem im mittleren Preissegment. Dagegen ist eine rückläufige Nachfragentwicklung im Spitzenmarktbereich zu erwarten."

Nach Aussage des CBRE Chef-Researchers zeichnet sich aufgrund spekulativer Fertigstellungen in den nächsten zwölf Monaten und der gleichzeitig schwierigen gesamtwirtschaftlichen Situation eine Erhöhung des Leerstandes und damit zwangsläufig auch ein Absinken des Mietniveaus ab.