Cookie Fehler:

Cookies sind in Ihrem Browser deaktiviert. Um alle Funktionen z.B. das Login nutzen zu können, müssen Cookies aktiv sein. Bitte aktivieren Sie Cookies in Ihrem Browser.

    Drucken Drucken  Diesen Artikel zu den Favoriten hinzufügen Favoriten

CAM Turmcenter: Anlageberaterin haftet auf Schadensersatz

In einem von Hahn Rechtsanwälte Partnerschaft (hrp) für einen Turmcenter-Geschädigten geführten Gerichtsverfahren hat das Landgericht Köln mit Urteil vom 26.08.2008 – 37 O 757/07 – die beklagte Anlageberatungsgesellschaft zum Schadensersatz verurteilt. Danach ist die Beklagte verpflichtet, dem Anleger den Schaden in Höhe der Einlage zzgl. Agio abzüglich der Ausschüttungen zu erstatten.

.

Der betroffene Anleger aus Mörlenbach hatte sich im Jahre 1999 auf Empfehlung der beklagten Beratungsgesellschaft an der mittlerweile insolventen CAM Grundstücksverwaltung GmbH & Co. Vermietungs KG, Frankfurt a.M. (Turmcenter), mit einer Beteiligungssumme von 52.500,00 DM inkl. Agio. beteiligt. Dabei war das Fondskonzept nach Auffassung von hrp von Beginn an betrügerisch ausgerichtet. Dies wurde insbesondere auch durch das von Hahn Rechtsanwälte in Auftrag gegebene Sachverständigengutachten bestätigt.

Bereits kapital-markt intern hatte in einem Prospektcheck aus dem Jahre 1998 bemängelt, dass das Angebot mangels aussagefähiger Berechnungen nicht nachvollziehbar sei und sich daraus erhebliche Haftungsrisiken für den Vertrieb ergäben. Dieses Risiko hat sich nunmehr für die beklagte Beratungsgesellschaft realisiert: Das Landgericht Köln verurteilte diese zu Schadensersatz, weil der beratende Anleger nicht darüber informiert worden war, dass von dritter Seite bereits massive Bedenken an der wirtschaftlichen Tragfähigkeit des Turmcenters geäußert wurden. Das Landgericht führt in seiner Begründung aus, dass die Beklagte schon auf Grund der Angaben im Fondsprospekt Zweifel an der wirtschaftlichen Plausibilität des Konzeptes hätte haben müssen. Jedenfalls hätte der Beklagten durch die negative Berichterstattung in kapital-markt intern klar sein müssen, dass es sich beim Frankfurter Turmcenter um ein spekulatives und fragwürdiges Anlageprodukt handelt. Die veröffentlichte, sachlich gerechtfertigte Kritik habe die Beklagte zum Anlass nehmen müssen, sich näher mit dem Konzept auseinanderzusetzen und den Anleger über die Kritikpunkte zu informieren. Da sie dies nicht getan hatte, habe sie ihre Pflichten als Anlageberaterin verletzt und hafte für den entstandenen Schaden.

Weiterhin stellt das Landgericht Köln in seiner Urteilsbegründung klar, dass die Schadensersatzansprüche nicht verjährt sind.