Cookie Fehler:

Cookies sind in Ihrem Browser deaktiviert. Um alle Funktionen z.B. das Login nutzen zu können, müssen Cookies aktiv sein. Bitte aktivieren Sie Cookies in Ihrem Browser.

    Drucken Drucken  Diesen Artikel zu den Favoriten hinzufügen Favoriten

Boom der Einkaufszentren in Osteuropa

Shopping Center sind das in Gesamteuropa am stärksten boomende Real Estate-Segment. Bereits in elf europäischen Ländern haben die Renditen der Retail-Immobilien die Renditen der Büroimmobilien überholt. Tendenz steigend. Vor allem in Osteuropa besteht ein ungeheurer Nachholbedarf an Einkaufszentren.

.

Top moderne Shopping Malls entstehen zwischen der Ostsee und dem Schwarzen Meer.Nach Ansicht des Standort-Analysten RegioPlan geht in Osteuropa bereits die Hälfte der Einzelhandelsumsätze auf das Konto regionaler Einkaufszentren. Damit werden sogar die Einzelhandels-Marktanteile westlicher Industrienationen übertroffen.

Ein Vergleich: In Österreich liegt der Umsatz der Einkaufszentren gemessen am Gesamt-Einzelhandelsumsatz bei rund 20 %, in Osteuropa liegt er bei durchschnittlich fast 50 %.

Den Grund dafür sieht RegioPlan Geschäftsführer Wolfgang Richter darin, dass es in Osteuropa kaum etablierte innerstädtische Handelszonen gibt, daher wird der Großteil des Einkaufsvolumens auf künstliche Handelsagglomerationen vor allem am Stadtrand gelegt. Darüber hinaus avancieren Einkaufszentren für viele Investoren zu einer sicheren Anlage.
Davon sind die meisten der internationalen Immobiliendienstleister überzeugt.

Alleine in diesem Jahr sollen laut Cushman & Wakefield in Osteuropa insgesamt 8,3 Millionen m² zusätzlicher Shoppingflächen entstehen. 2007 sollen nochmals 7 Millionen m² hinzukommen. Regional große Sättigungs-UnterschiedeAllerdings gibt es hinsichtlich der Entwicklung der einzelnen Länder der CEE/ SEE Region teilweise stark unterschiedliche Entwicklungen.

Gibt es in Prag, Budapest und Warschau bereits eine gewisse Marktsättigung an Shopping Malls, sind die Märkte in Bulgarien, Rumänien, Teilen Kroatiens, Serbiens und einiger anderer Newcomer noch lange nicht gesättigt. Auch innerhalb der jeweiligen Länder gibt es Unterschiede. Haben sich in der Vergangenheit die Developer und Investoren hauptsächlich auf die Hauptstädte konzentriert, entdecken sie nunmehr zunehmend die kleineren Städte.

In Moskau, mit zehn Millionen Einwohnern bereits größte Stadt Europas, gebe es zwar genug kleine Einkaufszentren, diese können aber den steigenden Ansprüchen der Konsumenten nicht standhalten. Edgar Rosenmayr von Immoeast: „Etwa 80 Prozent der derzeitigen Malls in Moskau werden nicht überleben, wenn erst Shopping-Erlebnisse nach westlichen Standards in Moskau Einzug gehalten haben.“ In Moskau erreicht die Einkaufszentrums-Fläche pro Einwohner gerade die Hälfte des westeuropäischen Durchschnitts.Ein weiterer wirtschaftlich gefährlicher Aspekt darf nicht unberücksichtigt gelassen werden. Wolfgang Richter von RegioPlan: „Ein sehr erfolgreiches Center kann morgen etwa schon ums Überleben kämpfen, wenn direkt daneben ein größeres und moderneres Einkaufscenter eröffnet. Der Anteil der Not leidenden Einkaufszentren wird in den nächsten Jahren stark steigen.“

Die derzeit größten Shopping Center im Osten und Süd-Osten sind:
Prag: OC Novy Smichov 60.000 m²
Budapest: Savoya Park 60.000 m²
Bratislava: Shopping Palace 55.000 m²
Ljubljana: City Park 42.500 m²
Zagreb: King Cross Jankomir 35.000 m²

Zum Vergleich:
Wiener Neudorf SCS 120.000 m²
Pasching Plus City 115.000 m²

Einige der Big Player unter den Investoren und Developern im Shopping Mall Bereich sind: ECE, IMMOEAST, Trigranit, Meinl European Land, EPH...es geht auch umgekehrt – Firmen aus dem Osten investieren im WestenÖsterreichische Unternehmen gehören in Ost- und Südosteuropa zu den größten Investoren. In vielen Ländern sind Österreicher die mit Abstand größten Auslandsinvestoren. Immer mehr Firmen zwischen der Ostsee und dem Schwarzen Meer drehen den Spieß nun um und gründen Betriebsniederlassungen im Westen.

Auf dem Weg aus der „neuen EU“ in die „alte EU“ fungiere Österreich als ideales Sprungbrett, sagt die bei der staatlichen Betriebsansiedelungsagentur Austrian Business Agency (ABA) für Osteuropa zuständige Birgit Braunwieser. Die ABA hat per Ende Oktober nicht weniger als 49 konkrete Ansiedelungsprojekte von Firmen aus Zentral- und Osteuropa sowie den ehemaligen Sowjet-Republiken bearbeitet. Ein neuer Rekord. 2003 kamen nur elf Investoren aus Osteuropa, ein Jahr später zählte die ABA 33 Ansiedelungen und im Vorjahr waren es 44. Am aktivsten im laufenden Jahr sind ungarische Firmen mit 17 Vorhaben vor den tschechischen (zwölf). „Das enorme Interesse zeigt, dass die Firmen in Osteuropa über ausreichend Kapital verfügen und internationale Erfahrung gewinnen“, so Braunwieser.