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Berlins Mediaspree-Projekt schafft eine Fülle von Problemen

Die Berliner Hafen- und Lagerhausgesellschaft (Behala) zog ihre Bauvoranfrage zurück, die IVG Immobilien AG sieht keinen Bedarf mehr für ihr Projekt „Neue Spreespeicher“. Zusätzlich könnten die durch den Bürgerbescheid notwendig gewordenen Änderungen in den Plänen für das Mediaspree-Projekt — nach Angaben von Berlins Senatsbaudirektorin Regula Lüscher — insgesamt 10.000 Arbeitsplätze weniger als geplant entstehen lassen. Mediaspree scheint unter keinem guten Stern zu stehen.

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Die Hochhaus-Pläne der Behala hatten am 13. Juli 2008 einen entscheidenden Dämpfer erhalten. Damals votierten 86,8% aller am Bürgerentscheid beteiligten Bewohner für den Vorschlag, dass Neubauten mindestens 50 Meter Abstand zur Spree halten müssen und Hochhäuser ab einer Traufhöhe von 22 Metern nicht gebaut werden. Seither wird heiß diskutiert. 90 Meter hoch sollte das Hochhaus der Behala auf einem Grundstück an der Berliner Elsenbrücke werden und gemeinsam mit dem nahe gelegenen Allianz-Turm ein Tor zu Berlins Innenstadt bilden. Würde das Projekt der Behala nicht realisiert, was durch die zurückgezogene Bauvoranfrage wahrscheinlicher wird, so wäre dies aus Sicht von Mediaspree-Chef eine städtebauliche Katastrophe.

Vor einem Aus steht offensichtlich auch das Projekt „Neue Spreespeicher“. Die IVG Immobilien AG hatte unter diesem Namen ein Ensemble aus Hotel, Gastronomie, Wohnungen und Büros geplant. Vor dem Verlust von 10.000 möglichen Arbeitsplätzen warnte derweil Berlins Senatsbaudirektorin Regula Lüscher, falls die Grundstücke des Landes im Mediaspree-Gebiet sich nicht mehr wie geplant vermarkten lassen. Die Warnung war Antwort auf eine kleine Anfrage der Fraktionschefin der Grünen, Franziska Eichstädt-Bohlig. Insgesamt ständen auf den Grundstücken — so Regula Lüscher — 156.000 m² für Dienstleistung zur Verfügung, falls der Bürgerentscheid außer Acht gelassen werde. Rechtlich bindend ist der Bürgerentscheid nicht; ihn völlig zu ignorieren würde der Politik jedoch viel Vertrauen entziehen.