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Berliner Kulturforum

Weg frei für den Neubau

Überraschend hat der Haushaltsausschuss des Bundestages am vergangenen Donnerstag den Weg für den Neubau der Berliner Nationalgalerie auf dem Kulturforum frei gemacht und den ersten Teil der Mittel in Höhe für 2,4 Millionen Euro für den Museumsneubau am Kulturforum freigegeben. Außerdem wurde entgegen früherer Planungen der genaue Standort für das Museum an der Potsdamer Straße - also zwischen der Neuen Nationalgalerie und dem Kammermusiksaal der Philharmonie - festgelegt. Somit steht der Auslobung des Ideenwettbewerbs für das geplante Museum der Moderne nichts mehr im Weg.

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Ziel des Ideenwettbewerbs ist es laut der Stiftung Preußischer Kulturbesitz (SPK), die Aufgabenstellung und die Rahmenbedingungen für den nachfolgenden Realisierungswettbewerb zu präzisieren. Etwa zehn Teilnehmer können sich hierfür als Preisträger qualifizieren. Parzinger betonte, dass sich auch Architektinnen und Architekten an dem Wettbewerb beteiligen könnten, die noch keine großen Museen oder ähnliche Gebäude geplant oder realisiert haben: „Wir erhoffen uns dadurch frische, kühne und auch mutige Ideen für diese bedeutende Bauaufgabe.“ Die SPK wird gemeinsam von Bund und Ländern getragen, in 2015 mit insgesamt rund 152 Millionen Euro. Aus dem Etat der Kulturstaatsministerin kommen dabei 114 Millionen Euro sowie weitere 106 Mio. Euro für das Bauprogramm der Stiftung.

„Ich bin dem Haushaltsausschuss außerordentlich dankbar, dass er in seiner Sitzung den Startschuss für das neue Museum gegeben hat. Das ist nicht selbstverständlich und ein starkes Signal für die Museumslandschaft und die Kunst des 20. Jahrhunderts in Berlin“, so Kulturstaatsministerin Monika Grütters.

Auf Beschluss des Haushaltsausschusses des Deutschen Bundestages vom vergangenen November stellt der Bund dafür 200 Millionen Euro bereit. Nötig geworden ist der Neubau, um die Sammlung der Kunst des 20. Jahrhunderts zusammen mit den Dauerleihgaben der privaten Sammler Marx, Pietzsch und Marzona ausstellen zu können. Mit einer Gesamtfläche von rund 14.000 m² wird das Museum der Moderne an dem vorgesehenen Standort Teil des Ensembles aus Neuer Nationalgalerie, Kupferstichkabinett, Gemäldegalerie und Kunstgewerbemuseum.

Angesichts der Festlegung des Standortes hagelt es allerdings Kritik, u.a. auch seitens der Architektenkammer Berlin. Großprojekte führen in Berlin immer wieder zu unvorhergesehenen Problemen. Die Architektenkammer Berlin plädiert dafür, beim geplanten Neubau für das Museum der Moderne auf dem oder am Kulturforum die notwendige Prozessqualität zu gewährleisten. So kann von Anfang an auf transparenten, nachvollziehbaren und allgemein anerkannten Entscheidungsgrundlagen aufgebaut werden. Das gilt auch für die Standortfrage.

Architekten und Stadtplaner diskutieren bereits seit einigen Monaten über die Chancen des neuen Museums für das Kulturforum. Im Mittelpunkt stehen dabei drei Themen: Neben der Frage, an welchem Standort das Gebäude am besten die bestehenden Gebäude und Sammlungen ergänzen kann, erörtern Planer wie die Nachbarschaft zu den weltbekannten Architekturikonen von Scharoun und Mies van der Rohe mit der geforderten Baumasse in Übereinklang zu bringen ist. Und sie beraten, wie die vielen interessierten Fachleute, die Anrainer und die Bürger in den Planungsprozess einbezogen werden können.

„Um diese Fragen in erforderlicher Sachlichkeit und Tiefe zu diskutieren, wäre ein standortoffener Ideenwettbewerb über die beste städtebauliche und funktionale Einbindung des vorgesehenen Raumprogramms genau der richtige Weg“, sagt Christine Edmaier, Präsidentin der Architektenkammer Berlin. „Voraussetzung dafür ist eine gut besetzte, ideologisch unvoreingenommene Jury, ausreichend Zeit zum Diskutieren, eine sehr gute Wettbewerbsvorbereitung und die breite Kommunikation mit der Öffentlichkeit.“

Die Architektenkammer begrüßt daher ausdrücklich den derzeit geplanten offenen Ideenwettbewerb sowie die kürzlich erfolgte Freigabe der Planungsmittel. „Allerdings“, so Christine Edmaier, „ist die damit verbundene Entscheidung für nur einen Standort, den an der Potsdamer Straße, voreilig. Sie entspricht weder den Forderungen sämtlicher Planungsverbände und Institutionen noch dem, was bislang zwischen dem Senat, der Stiftung Preußischer Kulturbesitz und der Architektenkammer abgestimmt worden ist.“