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Berliner Immobilien nachgefragt wie nie

Ein überwiegend geringes Angebot trifft auf eine anhaltend hohe Nachfrage. In nahezu allen Teilmärkten des Berliner Immobilienmarktes sind deshalb die Preise im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Oftmals interessieren sich mehrere potenzielle Mieter oder Käufer für ein Objekt und nicht selten entscheiden die besseren finanziellen Möglichkeiten über den finalen Zuschlag.

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Die größten Preissprünge sind im Segment der Eigentumswohnungen zu verzeichnen. Aber auch bei den Baugrundstücken zur Einfamilienhausbebauung sowie bei freistehenden Ein- und Zweifamilienhäusern ging es mitunter deutlich nach oben. Besonders Familien oder Hauptstädter mit durchschnittlichem Einkommen und geringem Eigenkapital richten ihren Fokus deshalb verstärkt auf das Berliner Umland, damit sie sich ihren Traum von den eigenen vier Wänden erfüllen können. Dies geht aus dem aktuell veröffentlichten Immobilienpreisservice des IVD Berlin-Brandenburg hervor. Das aktuelle Zahlenwerk untersucht detailliert die wichtigsten Immobilienteilmärkte der zwölf Berliner Bezirke sowie die kreisfreien Städte Brandenburgs und basiert ausschließlich auf tatsächlich erzielten Miet- und Kaufpreisen für Wohn- und Gewerbeimmobilien in der Metropolregion Berlin-Brandenburg.

Berlin braucht dringend mehr Neubau. Einen anderen Schluss kann man aus den nun vorliegenden und wenig überraschenden Zahlen des Immobilienpreisservice nicht ziehen“, sagt Dirk Wohltorf, Vorstandsvorsitzender des Immobilienverbandes BerlinBrandenburg und erläutert: „Aktuelle Prognosen gehen in diesem Jahr von mehr als 80.000 Neu-Berlinern aus. Aufgrund der anhaltend hohen Flüchtlingszahlen, die hierbei noch nicht erfasst sind, dürfte sich der tatsächliche Zuzug in die Hauptstadt wohl eher im sechsstelligen Bereich bewegen. Was das für die Nachfrage und somit auch für die Preise auf dem Immobilienmarkt in den kommenden Jahren bedeutet, dürfte jedem klar sein. Zugereiste und Alt-Eingesessene entdecken deshalb das Wohneigentum als Absicherung gegen steigende Mieten im Alter für sich und sorgen so für einen Nachfrageüberhang und steigende Preise.“

Trotz dieser Tendenz sind die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für den Immobilienkauf nach wie vor sehr günstig. Die anhaltend niedrigen Kreditzinsen machen eine Finanzierung attraktiv. Zudem weist der Verband darauf hin, dass der Immobilienkauf in den kommenden Jahren nicht billiger wird. Wohltorf: „Betrachtet man den Zeitraum, in dem die Kaufpreise in Berlin nach oben gehen, erkennt man, dass dies nicht das Ende der Wachstumskurve sein wird. Wir befinden uns aktuell nominal in etwa auf dem Preisniveau Mitte der 1990er Jahre. Das heißt, unter Berücksichtigung der Inflation liegen wir trotz der starken Nachfrage und der politisch geförderten Angebotsverknappung noch auf einem deutlich niedrigeren Preisniveau als vor 20 Jahren. Wer also noch fündig wird und jetzt kaufen kann, der sollte das tun. Ein Ende der Preissteigerungen sehen wir beim Wohneigentumserwerb in nachgefragten Lagen nicht. Dafür fehlen vor allem auch die politischen Rahmenbedingungen. Kappungsgrenzenverordnung, Mietpreisbremse, Umwandlungsverbot - egal, was sich der Berliner Senat noch einfallen lässt - neuen Wohnraum und damit eine Entlastung des Marktes schafft man so nicht. Verantwortungsvolle Politik heißt auch, gemachte Fehler einzugestehen und nun endlich den Wohnungsbau durch attraktive und vor allem flexible Regelungen anzukurbeln.“

Preissprung bei Eigentumswohnungen
„Der beste Schutz vor steigenden Mieten ist der Besitz von Wohneigentum. Diese Erkenntnis setzt sich auch in der traditionellen Mieterstadt Berlin immer mehr durch“, schlussfolgert Katja Giller, Vorsitzendes Mitglied des IVD-Wertermittlungsausschusses und verweist auf die hohe Nachfrage und die daraus resultierenden Preissteigerungen bei den Eigentumswohnungen. In den Standardwohnlagen kletterten die Preise durchschnittlich um 12,1 Prozent auf 1.850 Euro/m² und um 13,6 Prozent auf 2.500 Euro/m² in den Vorzugswohnlagen. Da dieser Marktbereich allerdings mehrheitlich durch neugebaute Objekte beziehungsweise durch den Erstbezug nach einer Sanierung geprägt ist, müssen die Käufer teilweise wesentlich tiefer in die Tasche greifen. Aufgrund starker Anstiege der Bodenpreise sowie der Baukosten verlangen die Verkäufer im Schnitt 3.200 Euro/m² in Standard- und 4.000 Euro/m² in Vorzugswohnlagen. Dieser Aufwärtstrend zeigt sich im Übrigen auch bei den Bestandswohnungen.