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Berlin: Jungarchitekt wirbt für dritten Hochhausturm am Alex

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Um die Hochhauspläne am Berliner Alexanderplatz war es lange Zeit ruhig geblieben, der Bedarf für noch mehr Gigantonomie schien schlicht nicht gegeben. Der Berliner Jungarchitekt Christian Speelmanns (33) hat jetzt einen Entwurf für einen neuen 150-Meter-Turm bei der Stadt eingereicht, den er laut „Berliner Woche“ als Diskussionsbeitrag verstanden wissen möchte. Würde der Bau realisiert, wäre es neben dem MonArch- und dem Hines-Tower das aktuell dritte Hochhaus-Projekt am Alex.

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Alexanderplatz
Berlin
MonArch

Speelmanns' Turm-Entwurf soll im Sockel Platz für die neue Berliner Zentralbibliothek (ZLB) bieten, die wegen eines gegenteiligen Bürgerentscheids nicht auf dem Tempelhofer Feld errichtet werden kann. In den oberen Geschossen des Turms könnten Wohneinheiten entstehen, den Abschluss soll ein Dachgarten mit Gastronomie oder Fitness-Einrichtungen bilden.

Vor zwanzig Jahren gab es noch viel weiter gefasste Pläne für den zentralen Platz: Der Architekt Hans Kollhoff hatte in seinem Rahmenplan von 1993 sogar 13 Hochhäuser vorgesehen, in der abgespeckten Version von 1997 waren es noch zehn, obwohl auch diese Zahl bei der Senatsverwaltung schon lange als nicht mehr zeitgemäß gilt. Das aktuelle Baurecht würde acht Türme erlauben. Konkret geplant wurde dann aber über zehn Jahre hinweg zunächst mal – gar nichts. Das änderte sich erst, als US-Investor Hines mit seinem 150 Meter hohen Wohnturmprojekt an die Öffentlichkeit trat. Trotz anhaltendem Widerstand aus Teilen der Bevölkerung dürfte zumindest dieser Turm bald Realität werden. Wenig später machten auch die Pläne eines zweiten Hochhausprojektes die Runde, die der russische Investor MonArch realisieren will [Alexanderplatz: Hines-Turm bekommt neuen Nachbarn].

Speelmanns hat von 2002 bis 2008 Architektur in Berlin und Type Design in Potsdam studiert und in dieser Zeit einige Förderpreise einheimsen können. Ansonsten ist er noch ein ziemlich unbeschriebenes Blatt. Der neue Turm-Plan muss daher wohl vor allem als Marketing-Instrument eines Nachwuchsarchitekten angesehen werden, der sich mit kühnen Entwürfen einen Namen machen will. Ob sich für das Projekt ein Investor finden ließe und wie die Meinung von Stadtverwaltung und Bürgern zu dem neuen Turm ausfiele, darüber gibt es bisher keine gesicherten Erkenntnisse. Speelmanns kennt angeblich nicht mal den Eigentümer des fraglichen Grundstücks. Nur so viel steht fest: Die Hochhauspläne am Alex sind offenbar so schnell nicht totzukriegen.

Gegenüber Property Magazine bestritt Speelmanns, den Eigentümer des fraglichen Grundstücks nicht zu kennen, dies sei in anderen Medienberichten teilweise falsch dargestellt worden. Das Problem sei vielmehr, dass die Liegenschaft vom US-Investor Blackstone auf Gläubigergesellschaften übergegangen sei, die selbst keinerlei Projektentwicklung betreiben. Zunächst müsste also ein Eigentümer gefunden werden, der ein neues Projekt auch aktiv anpacken will.

Um zu einer befriedigenden Lösung für den Alexanderplatz als Ganzes zu kommen, müssten laut Speelmanns zuvor aber noch einige andere Hürden beseitigt werden. So seien die Baufelder teilweise zersplittert, einige kleinere Flächen befänden noch im Besitz der Stadt Berlin. Diese könnten aber, so ist sich Speelmanns sicher, bei einem bestehenden Projektinteresse recht schnell an potenzielle Investoren verkauft werden.

Zudem müsste der Bebauungsplan angepasst werden, „wenn auch nur marginal“, wie der Architekt hinzufügte. So sei der Hines-Turm gegenüber dem Ursprungsplan leicht versetzt worden, das müsste analog dann auch für den vorgeschlagenen „dritten Turm“ geschehen, um ein einheitliches Bebauungsbild zu erreichen. Die Motivation für seinen Entwurf fasste Speelmanns wie folgt zusammen: „Ich wollte einfach einmal zeigen, dass am Alexanderplatz auch etwas anderes möglich ist als Einkaufszentren.“ Das dürfte dem Nachwuchsarchitekten auf jeden Fall gelungen sein.