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Belgien ist Europas bester Standort für Logistikunternehmen

Nach der neuesten Studie „European Distribution Report“ von Cushman & Wakefield Healey & Baker (C&W/H&B) ist Belgien der beste Standort in Europa für Logistikunternehmen. Untersucht haben die internationalen Immobilienberater u. a. die Kriterien Kosten, Marktzugang, Immobilienangebot und Mietpreise. Belgien punktete vor allem mit seinen niedrigen Mieten und seinem guten Marktzugang. Niedrige Baukosten und Landpreise sorgen dafür, dass Frankreich als der zweitbeste Standort für Logistikunternehmen eingestuft wurde, die Niederlande belegen aufgrund ihrer Verbesserung im Preiswettbewerb Platz drei. Deutschland ist im Vergleich zum Ranking vor zwei Jahren drei Plätze zurückgefallen und belegt nun den sechsten Platz der Top-15-Liste für Logistikstandorte.

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Die mitteleuropäischen Länder in den Top-15 sind alle einen Platz aufgestiegen: Die Tschechische Republik hat mit Platz vier und Polen mit dem fünften Platz Deutschland überholt. „Die Mitgliedschaft 2004 in der europäischen Union“, so erklärt Inga Schwarz, Researcherin bei C&W/H&B Deutschland, „hat der Tschechischen Republik, Polen und Ungarn einen enormen Entwicklungsschub gegeben. Sie profitieren von dem anhaltenden Trend westeuropäischer Länder ihre Produktion nach Mitteleuropa auszulagern, dem Wachstum ihrer Einzelhandelsbereiche und dem Ausbau des Verkehrsnetzes.“

Investoren treiben den Markt
Der Industrie- und Logistikimmobilienmarkt wird von Investoren getrieben, die, so Schwarz „fast jede Immobilie in Betracht ziehen, für die es einen langfristigen Mieter mit guter Bonität gibt.“ Dadurch sind in ganz Europa sinkende Renditen zu beobachten, insbesondere in Frankreich, Polen und Dänemark.

Veränderter Kostenfokus
Bei der Beurteilung von Logistikkosten hat sich in den letzten Jahren der Fokus verändert. So stehen heute die Kosten für Transport (Zeit und Kosten), Arbeitskosten (Löhne, Verfügbarkeit und soziale Nebenkosten), Kommunikation (Software und Systeme) sowie das Prozessmanagement der Waren selbst im Vordergrund. „Die Entscheidung, wo eine Produktion und die dafür erforderliche logistische Infrastruktur angesiedelt wird, wird heute immer seltener allein vom Immobilien-Team eines Unternehmens getroffen, sondern sie ist Bestandteil der Gesamt-Unternehmensstrategie geworden“, erklärt Inga Schwarz weiter.
Dabei ist die Versorgung mit guten Flächen sowohl in West- als auch Mitteleuropa knapp geworden. Viele Nutzer sind auf der Suche nach besseren und kosteneffizienteren Flächen. Dies hat in Mittel- und Osteuropa dazu geführt, dass Untenehmen vielerorts an Sekundärstandorte ausweichen, weil sie in den großen Städten keine geeigneten Logistikflächen finden.

Heathrow teuerster Logistikstandort in Europa
Die Mietpreise haben in Mitteleuropa im vergangenen Jahr die Talsohle durchschritten, während der westeuropäische Markt eher statisch war, mit leichten Wachstumsanzeichen in Amsterdam, Mailand und Moskau. Der teuerste Logistikstandort befindet sich mit 16,67 Euro/m²/mtl. am Londoner Flughafen Heathrow. Mit 11,67 Euro/m²/mtl. folgen Moskau und Dublin auf dem zweiten Platz und Stockholm mit 8,00 Euro/m²/mtl. auf Platz drei. Der Frankfurter Flughafen belegt bei Mieten, die in der Spitze 7,00 Euro/m²/mtl. betragen, den siebten Platz der Top-Ten.

Kleinere Logistikzentren auf dem Balkan
„In den vergangen Jahren haben sich große regionale Logistikzentren in Europa gebildet, insbesondere auch in den Balkan-Ländern“, erklärt die Researcherin die weitere Entwicklung. „Doch könnten wachsende Benzinkosten und immer größeres Verkehrsaufkommen in der Zukunft zu kleineren dezentralen Einheiten führen. Oder aber neue Technologien zu weniger, aber dabei immer größeren Zentren führen.“ Geografisch weiten sich die Logistikzentren von Mitteleuropa immer weiter nach Osteuropa aus und haben mittlerweile Rumänien und Bulgarien erreicht. Die Vertriebsketten werden immer besser ausgebaut und Europas Logistikmarkt wird weiter expandieren.

Quelle: Cushman & Wakefield Healey & Baker
Fotos: http://www.photocase.de