Cookie Fehler:

Cookies sind in Ihrem Browser deaktiviert. Um alle Funktionen z.B. das Login nutzen zu können, müssen Cookies aktiv sein. Bitte aktivieren Sie Cookies in Ihrem Browser.

    Drucken Drucken  Diesen Artikel zu den Favoriten hinzufügen Favoriten

Bayerische Immobilienumsätze stiegen 2006 um 22%

Nach einer Hochrechnung des IVD-Instituts auf Basis des Grunderwerbssteueraufkommen der Finanzbehörden lagen die Immobilienumsätze, so Prof. Stephan Kippes vom IVD-Marktforschungsinstitut, "in Bayern im Jahr 2006 mit 29,3 Mrd. Euro um beachtliche 5,3 Mrd. Euro über dem Vorjahreswert. Dies bedeutet im Vergleich zum Vorjahr ein Plus von 22,0 %. Einerseits hat die Investitionsbereitschaft von Kapitalanlegern und Selbstnutzern wieder deutlich zugenommen, andererseits hat die Streichung der Eigenheimzulage im Jahr 2006 dazu geführt, dass in den letzten Monaten des Jahres 2005 vermehrt Immobilienkäufe getätigt wurden." Die anfallende Grunderwerbsteuer ist jedoch erst in den Folgemonaten vereinnahmt worden und ging so erst im Jahr 2006 in die amtlichen Statistiken ein. Zudem kam es zu Paketverkäufen und Investment-Groß- Deals die die Immobilienumsätze nach oben trieben.

.

Bereits die Analyse der ersten drei Quartale des Jahres 2006 durch das IVD-Institut hatte die derzeitige Entwicklung klar herausgearbeitet; zu diesem Zeitpunkt (3. Quartal 2006 gegenüber 3. Quartal 2005) hatte sich ein Anstieg der Immobilienumsätze um beachtliche 30,8 % ergeben. Die Ursache für die erheblichen Umsatzzuwächse ist nicht monokausal, vielmehr führte ein ganzes Paket an Ursachen zu diesen deutlichen Steigerungen. Noch im Jahr 2005 hatten die Immobilienumsätze einen deutlichen Rückgang zu verzeichnen und lagen mit 24,0 Mrd. Euro nur noch knapp über dem Wert von 1991. Der beginnende Wirtschaftsaufschwung mit steigenden Wohnimmobilienpreisen, auf die der IVD in den Marktberichten des IVD-Instituts bereits seit einiger Zeit hingewiesen hat, aber auch die Stabilisierung am Gewerbeimmobilienmarkt trug zu einem Umsatzwachstum bei.

"Die Steigerung um 22,0 % könnte", so Prof. Kippes vom IVD-Institut, "zu der Einschätzung veranlassen, es wäre ein regelrechter Boom auf dem Immobilienmarkt ausgebrochen. Dies würde die aktuelle Erholungsentwicklung am Markt allerdings deutlich überzeichnen. In dem deutlichen Anstieg stecken auch größere Entwicklungen im Investmentbereich. Investment-Groß-Deals, etwa der Verkauf von Bürotürmen und Bürokomplexen, aber auch Paket-Verkäufe im Wohnungsbereich trugen ebenfalls dazu bei." Zudem muss hierbei berücksichtigt werden, dass die deutlichen Rückgänge der Vorjahre erst allmählich wieder kompensiert werden. Im Moment liegen die Immobilienpreise etwas unter dem Preisniveau von 1999. Im Zehn-Jahresvergleich wurden nur im Jahr 1999 mit 30,1 Mrd. Euro noch höhere Immobilienumsätze in Bayern verzeichnet. Allerdings lagen die Immobilienumsätze in Bayern im Jahr 1994 bereits bei 31,6 Mrd. Euro.

Erste Anzeichen für eine Erholung des Marktes zeigte bereits die Marktdatenerhebung des IVD-Instituts für den Herbst 2005. Die sich in 2004 angedeutete Trendumkehr hat sich 2005 am Wohnungsmarkt bewahrheitet. Die Immobilienpreise sind im Bayern-Trend im Jahr 2006 immer noch im Ansteigen, wenn auch im Herbst gemäßigter als im Frühjahr. Während im Herbst 2005 die Nachhaltigkeit der steigenden Tendenz noch fraglich war, bestätigten die Werte im Frühjahr 2006 den Aufwärtstrend (zwischen +5,3 % für Bestandswohnungen und Reihenmittelhäuser (Bestand) und +2,8 % für Doppelhaushälften aus dem Bestand). Auch keiner der anderen Wohnwerte bei den verschiedenen Objekttypen wies noch Abschläge auf. Spitzenreiter im Herbst 2006 sind die neugebaute Doppelhaushälften mit einem Preisanstieg von +4,9 %.

Umsatzstärkste Region ist im Jahr 2006 Oberbayern mit 15,1 Mrd. Euro, d.h. 51,5 % der Immobilienumsätze in Bayern. Hier zählt vor allem der Großraum München als internationaler Wirtschaftsstandort mit dynamischer Wirtschaftskraft und attraktiven Standortqualitäten zu den Gewinnern dieser Entwicklung. In Mittelfranken mit 3,5 Mrd. Euro (knapp 12,0 % der Immobilienumsätze in Bayern) ist der Motor die Wirtschaftsregion Nürnberg-Erlangen-Fürth.