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Bayerische Bau und Immobilien Gruppe erhält traditionsreiches Kino in der City West

Das legendäre Berliner Kino „Zoo-Palast“ in der Berliner City West wird dieses Jahr 50 Jahre alt. Die Bayerische Bau und Immobilien Gruppe erhielt pünktlich zum Jubiläum vom Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf grünes Licht für eine Weiterentwicklung des gesamten Zoobogen-Areals, zu dem der Zoo-Palast gehört. Das traditionsreiche Filmtheater bleibt als Kino erhalten.

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Bau des Zoo-Palastes
Am 28. Mai 1957 eröffnete der Zoo-Palast mit der Premiere der „Zürcher Verlobung“ von Helmut Käutner mit Liselotte Pulver und Bernhard Wicki. Am 13. September 1956 fand die Grundsteinlegung statt. Nach acht Monaten Bauzeit wurde der Zoo-Palast rechtzeitig zu den Berliner Filmfestspielen 1957 fertig gestellt. Betreiber des ersten Mehrfachkinos in Deutschland war der Berliner Max Knapp mit der Berliner Filmtheater Max Knapp & Co. Das Filmtheater, wie es damals genannt wurde, war an Stelle des legendären, im zweiten Weltkrieg zerstörten „Ufa-Palast am Zoo“ errichtet worden.

Widerbelebung des alten Vergnügungszentrums
Im Frühjahr 1955 schaffte der Senat die Voraussetzungen für die Neugestaltung des im Krieg zerstörten Zoo-Randgebiets. Der Senat vergab das Gelände zwischen Bahnhof Zoo und Zooeingang in Erbpacht an die Zentrum am Zoo Geschäftsbauten AG (ZAZ). Mit dem Bau des Zoo-Palastes wurde die Lücke zwischen dem 1956 errichteten Hochhaus und dem 1957 errichteten Bikinihaus geschlossen. Das frühere Berliner Vergnügungszentrum rund um die Gedächtniskirche sollte am selben Ort wieder auferstehen. Der Ufa-Palast am Zoo war in den frühen 20er-Jahren das größte Kino Berlins. Berühmte Filme wie Fritz Langs „Metropolis“ (1927) wurden hier uraufgeführt. Neben dem Ufa-Palast am Zoo und dem Gloria-Palast auf der anderen Seite der Gedächtniskirche waren auch das Romanische Café ein beliebter Treffpunkt für Künstler und Filmschaffende.

Neuheit im Theaterbau
Die Architekten Paul Schwebes, Hans Schoszberger und Gerhard Fritsche, die auch das Hochhaus und das Bikinhaus am Zoobogen geplant hatten, entwarfen den Zoo-Palast. Schwebes war maßgeblich am Wiederaufbau Berlins nach dem Krieg beteiligt. Das Filmtheater mit seinem trapezförmigen Grundriss und seinen beiden Sälen war eine Neuheit im Theaterbau der damaligen Zeit. Die beiden Säle schieben sich wie Keile ineinander. Der Boden des oberen Saales, des eigentlichen Zoo-Palastes, verfügte über 1200 Plätze und bildete das Dach des kleineren Saals mit 550 Plätzen. Die Form der Säle nahm gleichzeitig die Winkel der Filmprojektion auf. Die großzügige Fassade ermöglichte das Anbringen von riesigen Kinoplakaten. Rechts und links neben dem Eingang befanden sich, wie heute, kleinere Läden.

Neuer Betreiber
1983 baute der Betreiber Berliner Filmtheater Max Knapp & Co 1983 den Zoo-Palast auf insgesamt neun Säle aus und schuf so das damals größte Kinoensemble Deutschlands.

Seit dem 1. Januar 1994 betreibt UCI (United Cinemas International) das Kino. Die Wiedereröffnung wurde mit der UCI-Filmpreisverleihung an Liselotte Pulver, Billy Wilder, Paul Hubschmid, Bernhard Wicki und Jürgen Wohlrabe gefeiert. Zahlreiche Stars waren zu Gast, u.a. Walt Disney, Jodie Foster, Tom Hanks, Dustin Hoffmann, Jack Lemmon, Steven Spielberg, James Stewart und Kevin Costner. Die denkmalgeschützte Architektur wurde behutsam auf Hochglanz poliert, Flair und Atmosphäre dabei beibehalten. Hinsichtlich des technischen Innenlebens entspricht der Zoo-Palast dem modernsten Kinostandard. Als eines der ersten Kinos in Deutschland verfügte er über einen digitalen Filmprojektor. Das Internet hat mit dem platzgenauen Online-Ticketing ebenfalls erfolgreich Einzug gehalten.

Bis 1999 war der Zoo-Palast das zentrale Wettbewerbskino der Berlinale, dann zogen die Filmfestspiele an den Potsdamer Platz. Seither werden Filme aus den Sektionen Panorama und Kinderfilm (Generation und Generation 14 plus) – im Zoo-Palast gezeigt.

Zukunft des Zoo-Palastes
Die Bayerische Bau und Immobilien Gruppe erwarb 2002 den Zoobogen, das Ensemble zu dem auch der Zoo-Palast gehört. Im kommenden Jahr soll die Entwicklung für den Zoobogens beginnen. Die Bayerische Bau und Immobilien Gruppe plant, eine ebenerdige Passage mit Geschäften vom Hochhaus am Bahnhof Zoo unter dem Kino hindurch bis zur Mitte des Bikinihauses zu führen. Die Überbauung des Innenhofs schafft Platz für zusätzliche Einzelhandelsflächen. Der Zoo-Palast bleibt als Kino erhalten und wird umgebaut. Dabei soll die Anzahl der Kinosäle von neun auf fünf reduziert werden. Statt rund 2100 Sitzplätzen sind 1600 Plätze geplant. Der große Kinosaal wird verkleinert und die Steigung angehoben, um erhöhten Sitzkomfort und bessere Sicht von allen Plätzen zu bieten. Die Fassade bleibt erhalten. „Der berühmte Zoo-Palast mit seiner langen Tradition bleibt der City West als Kino erhalten. Das ist nur durch einen Umbau möglich“, so Karl-Josef Stindt, Mitglied der Geschäftsführung der Bayerischen Bau und Immobilien Gruppe und verantwortlich für das Projekt.