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Baufinanzierungskosten auch im August stark rückläufig

Die Baufinanzierungskosten sind auch im August stark rückläufig. Im Vergleich zum Juli 2011 verringerte sich die Standardrate um 36 Euro im Monat. Dieser Rückgang von fast fünf Prozent ist mehr als doppelt so groß wie jener im Vormonat, wo sich die Kosten um monatlich 17 Euro gegenüber dem Juni 2011 reduzierten. Grund hierfür ist weiterhin der Run auf deutsche Staatsanleihen, der sich mit der Verschärfung der Euro-Krise noch verstärkt hat. Die sinkenden Renditen bei den Staatsanleihen führten dazu, dass die durchschnittlichen Baufinanzierungszinsen im August nochmals um rund 30 Basispunkte gefallen sind. Für Immobilienerwerber eröffnen sich mit den attraktiven Konditionen hervorragende Finanzierungsmöglichkeiten, die nahe an die Bestkonditionen von vor einem Jahr (Standardrate August 2010: 706 Euro/Monat) anknüpfen. Bei den Produktanbietern verstärkt dies zusätzlich den Wettbewerb. Es bleibt abzuwarten, inwieweit Baufinanzierungsanbieter, die sich nicht über den Pfandbriefmarkt refinanzieren, bei sinkenden Zinsniveaus weiter aktiv am Markt agieren können. So befinden sich beispielsweise Versicherer, die aktuell Baufinanzierungsdarlehen anbieten, in der Situation, dass sie mit einer geringeren Marge kalkulieren müssen, als dies noch vor vier bis fünf Monaten der Fall war: Die Garantieverzinsung der Versicherungen liegt aktuell bei 2,25 Prozent - bei Altverträgen ist diese sogar noch deutlich höher. Demgegenüber ist ein zehnjähriges Baufinanzierungsdarlehen aktuell schon für Bestkonditionen von unter drei Prozent am Markt erhältlich. Je weiter der Zins noch fallen wird, desto unattraktiver wird es für Versicherer, sich am Markt für private Baufinanzierungen zu engagieren.

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Die gestiegene Tilgungsrate zeigt demgegenüber, dass Immobilienerwerber das Plus aus den aktuellen Zinsvorteilen zur schnelleren Entschuldung einsetzten. Gegenüber dem Vormonat hat sich die durchschnittliche Tilgungsrate um rund zehn Prozent erhöht. Damit nähert sie sich an die von uns empfohlene Marke einer Tilgung von zwei Prozent pro Jahr. Im Vergleich der durchschnittlichen Sollzinsbindung vom August 2010 mit dem August 2011 fällt hingegen auf, dass Kunden deutlich kürzere Sollzinsbindungen abschließen. Damit entfernen sie sich von den ebenfalls von uns empfohlenen Darlehen mit langen Zinsbindungen. Betrachtet man die zusätzlichen Kosten für Darlehen mit 15-jährigen Zinsbindungen gegenüber jenen mit zehnjährigen Zinsbindungen, so sind diese heute mit monatlich 40 Euro für eine zusätzliche Sicherheit von weiteren fünf Jahren immer noch gering. Im Vergleich zum Vorjahr haben sich diese Kosten aber nahezu verdoppelt.

Wie der aktuelle Hypoport-Hauspreisindex HPX zeigt, sind die Preise für Wohnimmobilien mit einem Plus im Vormonatsvergleich von 1,2 Prozent massiv gestiegen. Die durchschnittliche Darlehenshöhe hat sich mit einem Plus von 1000 Euro jedoch kaum verändert. Dies legt die Vermutung nahe, dass viele neue Immobilienbesitzer ihr Eigenkapital statt in den unruhigen Finanzmärkten in das sicherere Betongold investiert haben. Der leichte Rückgang im durchschnittlichen Beleihungsauslauf unterstreicht diese Annahme.

Wer Fremdkapital benötigt, nimmt dies im August noch häufiger zu festen Zinssätzen auf, als vor einem Jahr. Der Anteil der Annuitätendarlehen ist im Zwölfmonatsvergleich um fast neun Prozent angestiegen. Der Anteil an Forward-Darlehen war vor einem Jahr mit 13,84 Prozent schon höher. Doch aufgrund des aktuell tiefen Zinsniveaus fehlt die Fantasie, dass die Zinsen noch viel weiter sinken könnten. Das führt bei den Forward-Darlehen zu einem erneuten Anteilsanstieg. Gegenüber dem Vormonat ist der Anteil an Forward-Darlehen um 11,5 Prozent gestiegen. Gleichzeitig reduzierte die geringe Hoffnung auf weitere Tiefstwerte im Zinsniveau auch den Anteil an Darlehen mit variablen Zinsen. Im Vergleich zum Juli 2011 sank dieser um 14 Prozent, gegenüber dem August 2010 sogar um 48 Prozent.