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Ausblick 2007: Kapitalmärkte zwischen „Boom“ und „Bust“

Nach einem äußerst dynamischen Start hat sich das Wachstum in den USA seit dem zweiten Quartal dieses Jahres verlangsamt. Die teilweise im Markt vorhandenen Befürchtungen einer Rezession sind nach Meinung der Helaba-Volkswirte jedoch zum gegenwärtigen Zeitpunkt unangebracht. Die aktuelle Entwicklung ist lediglich die Anpassung der Unternehmen und Haushalte an den erfolgten Zinserhöhungszyklus der Fed sowie den sektoralen Schock vom Immobilienmarkt. Der robuste Unternehmenssektor ist die Basis für einen stabilen Arbeitsmarkt und befördert somit die Konsumnachfrage. Auch der Wachstumsmotor Asien befindet sich in guter Verfassung, so dass die Basis für ein solides Exportwachstum auch in 2007 gelegt ist.

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Das konjunkturelle Muster in Deutschland wird maßgeblich durch die Mehrwertsteuererhöhung geprägt: In diesem Jahr bringen Vorzieheffekte in Kombination mit einem sich bessernden Arbeitsmarkt deutliche Impulse, so dass ein Wachstum von 2,7 Prozent erwartet werden kann. 2007 wird die Erhöhung der Mehrwertsteuer das Wachstum auf 1,6 Prozent dämpfen. Ein Einbruch unter Potenzial ist nicht zu erwarten. Einerseits führt die mit der höheren Investitionstätigkeit verbundene Besserung am Arbeitsmarkt zu einer anhaltenden Expansion der Binnennachfrage. Andererseits kann weiterhin mit positiven Impulsen von der Weltwirtschaft gerechnet werden.

Derzeit sind die Konjunkturindikatoren für die USA noch ambivalent. Deshalb rechnet die Mehrheit der Marktteilnehmer mit einer kräftigen Wachstumsdelle, was sich gegenwärtig in einem Rückgang der Kapitalmarktzinsen widerspiegelt. Diese Zinsdelle wird sukzessive auslaufen, da sich einerseits das US-Wachstum auf Sicht von sechs Monaten nicht ausreichend abschwächen wird, um den vorhandenen Inflationsdruck zu dämpfen. Andererseits zeigen sich die europäischen Wachstumskräfte robust genug, um hinreichend Schwung ins kommende Jahr zu retten.

„Wir haben drei unterschiedliche Szenarien entwickelt, wobei wir unserem Hauptszenario ‚Stagflation light’ mit 70 Prozent eine relativ hohe Eintrittswahrscheinlichkeit beimessen“, erläutert Dr. Gertrud R. Traud, Chefvolkswirtin der Helaba. „In der Gleichgewichtung der beiden Alternativszenarien mit jeweils 15 Prozent bringen wir zum Ausdruck,dass je nach Richtung und Ausmaß der US-Geldpolitik sowohl ‚Boom’ als auch ‚Bust’ nicht unwahrscheinlich sind.“

In ihrem Hauptszenario „Stagflation light“ gehen die Helaba-Volkswirte davon aus, dass sich die damit einhergehende Zinsphantasie für die Geldpolitik der Fed und der EZB in den kommenden Monaten ebenso als Belastungsfaktor für die Rentenmärkte erweisen wird wie die weiterhin präsenten Inflationsrisiken, insbesondere in den USA. Sowohl die US-Notenbank als auch die EZB werden ihren Zinserhöhungszyklus fortsetzen, auch wenn die Fed derzeit eine Pause im Anhebungszyklus einlegt. Bis zum Spätsommer nächsten Jahres erwarten die Helaba-Volkswirte einen Leitzins von 5,75 Prozent in den USA und 4 Prozent in Euroland. Die Zinsen für zehnjährige Staatsanleihen werden im Zuge dessen mit ansteigen und in den USA bis auf 5,8 Prozent und in Euroland bis auf etwa 4,5 Prozent klettern, um dann wieder etwas nachzugeben.

Die Zinsdifferenz am kurzen und langen Ende wird den US-Dollar im kommenden Jahr begünstigen. Bis zur Jahresmitte ist ein Anstieg auf 1,20 Dollar je Euro wahrscheinlich.

Der Aktienmarkt befindet sich derzeit in einer fundamental guten Verfassung. Solange von Seiten der US-Notenbank noch keine Signale einer Wiederaufnahme des Zinserhöhungszyklus ausgehen, ist mit einer Fortsetzung der Aufwärtsentwicklung zu rechnen. Da der nächste Zinsschritt der Fed im zweiten Quartal erwartet wird, wird der Aktienmarkt voraussichtlich im ersten Quartal seinen Höhepunkt herausbilden.