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Atbau gewinnt

Auch Altbauten können zu richtig energieeffizienten Gebäuden saniert werden. Dies ist jetzt auch praktisch im großen Maßstab umgesetzt worden. Die Wohnungsbaugesellschaften ABG in Frankfurt a.M. und die GAG in Ludwigshafen machen es vor: Sie sanieren klassische Wohnblocks aus den fünfziger und sechziger Jahren mit insgesamt 81 Wohnungen zu echten Wohlfühl-Energiespar-Wohnungen auf höchstem Niveau. Trotz anspruchs- voller technischer Herausforderungen und notwendiger Detaillösungen wurden und werden hier kostengünstige Maßnahmen realisiert. Für die Mieter wird erwartungsvoll die neue Ära "Niedrige Nebenkosten" in der Energiehochpreiszeit eingeläutet. Die Heizkosten sinken um 80 bis 90 %.

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Dieser gewaltige Schritt ist nur mit Passivhaus-Know-how und Passivhaus-Produkten aus dem Neubaubereich möglich. Diese Innovationen - meist aus dem Bereich der klein- und mittelständischen Wirtschaft - finden jetzt Eingang in die Altbausanierung. Das Potenzial von solchen Wohnquartieren die sich mit überschaubaren Zusatzinvestitionen von rund 150 Euro/m² sa- nieren lassen ist riesig und es lohnt sich wirtschaftlich bereits heute. Ne- beneffekte sind: deutlich höherer Wohnkomfort für die Bewohner, eine Wert- steigerung der zukünftig bauschadensfreien Immobilie für den Investor und die dringend notwendige CO2-Einsparung für die Umwelt. Der Weg zur kli- marelevanten Brennstoffreduzierung im Bereich der Gebäudebeheizung kann, bei der niedrigen Neubaurate in Deutschland, nur über die energe- tisch hochwertige Altbausanierung beschritten und gewonnen werden. Der Altbau gewinnt also mehrfach: An Wert und Komfort und das Rennen um die Verringerung des CO2 Ausstoßes.

Im Rahmen von zwei Forschungsvorhaben an den Sanierungsprojekten in Frankfurt und Ludwigshafen begleitet das Passivhaus Institut die insge- samt vier Gebäude mit einer jeweils 2-jährigen Messphase. Nach der Zeit der qualitätssichernden Begleitung während der Planungs- und Bauphasen folgt jetzt die Erfolgskontrolle: Die wissenschaftlichen Messungen wurden im Frühjahr 2006 begonnen und sollen unter anderem untersuchen, ob sich die niedrigen Heizenergieverbräuche bei hohen Raumluftqualitäten bewahrheiten. Mit insgesamt über 270 Sensoren, von denen alle 10 Minu- ten Daten erfasst werden, werden u.a. die Raumluftqualität und das Lüf- tungsverhalten der Bewohner gemessen. Bei der Sanierung in Ludwigs- hafen wird ein direkter Vergleich zwischen der Sanierung zum Passivhaus und der Sanierung im Rahmen der gesetzlich geforderten Standards (EnEV) am gleichen Ort durchgeführt. Die Forschungsprojekte werden in Frankfurt durch das Hessische Finanzministerium und in Ludwigshafen über das ExWoSt-Programm vom Land Rheinland-Pfalz finanziert. Die baulichen Maßnahmen wurden in beiden Projekten u.a. mit zinsgünstigen Krediten der KfW-Bank aus dem CO2-Gebäudesanierungsprogramm finanziert.

Sicher ist schon jetzt: Die Technik funktioniert, die Mieter sind hoch zufrieden und der Heizenergieverbrauch ist verschwindend gering. Wie gering genau, das wird sich im nächsten Winter zeigen.