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Studie: Alternativer Finanzmarkt zunehmend attraktiv

Laut der gemeinsamen Studie von Deloitte und der FH Münster „Mittelstandsfinanzierung über den Kapitalmarkt“ hält die Mehrheit der befragten 172 mittelständischen Unternehmen den deutschen Kapitalmarkt attraktiv zur Finanzierung. Einer der wichtigsten Vorzüge dieser Kapitalbeschaffung ist demnach die Diversifikation der Kapitalgeber, denn viele Mittelständler erwarten deutlich schlechtere Bankfinanzierungsbedingungen. Benötigt werden die Mittel sowohl für aktuelle Refinanzierungen als auch zur gezielten Ausweitung des Finanzierungsvolumens. Darüber hinaus werten die 16 befragten mittelständischen Emittenten ihre bisherigen Aktivitäten am Kapitalmarkt als Erfolg: Sie platzierten ihre Emissionsvolumina zu 50 Prozent direkt an den Börsen. Nahezu alle verfügten dabei vor der erstmaligen Ausgabe ihrer Unternehmensanleihen über Erfahrungen mit Kapitalmarktmaßnahmen.

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„Liquidität trotz Basel III und verschärften Kreditnebenvereinbarungen der Banken ist ein Motiv für Kapitalakquirierung über Finanzmärkte. Hier treffen Emittenten auf Nachfrage nach renditeträchtigen Anlagemöglichkeiten. Die Börsen haben mit dem Segment für Mittelstandsanleihen einen stark frequentierten Marktplatz geschaffen“, erklärt Thomas Reifert, Director Restrukturierung bei Deloitte.

Hohes Finanzierungsrisiko/Attraktivität des Kapitalmarktes steigt
Mit 56 Prozent hält über die Hälfte der befragten Unternehmen den Kapitalmarkt für attraktiv für den Mittelstand. Unter den potenziellen Emittenten zeigt sich nur etwa ein Drittel skeptisch. Sie würden einen Bankkredit bevorzugen, da er aus ihrer Sicht Kosten- und Handling-Vorteile bietet.

In der Risikobewertung sehen die befragten Unternehmen mit Kapitalmarktambitionen unmittelbar nach Beschaffungs- bereits Finanzierungsrisiken - noch vor Wettbewerbs- und Absatzrisiken -, entsprechend groß ist das Bedürfnis nach einer möglichst breiten Finanzierungsbasis.

„Wesentliche Erfolgsfaktoren einer erfolgreichen Emission sind die Bekanntheit des Unternehmens sowie eine überzeugende Unternehmens- und Platzierungsstrategie. Knapp die Hälfte des Emissionsvolumens wurde von den Unternehmen direkt an der Börse platziert, die anderen 50 Prozent zumeist über Direktansprache der Investoren. Zur Reduzierung des Platzierungsrisikos nutzen die Emittenten die Unterstützung von Investmentbanken bzw. Agenturen“, erläutert Professor Dr. Heinz-Gerd Bordemann von der FH Münster.

Erschwerte Kreditvergabe erwartet
Alle befragten Unternehmen erwarten in den kommenden drei Jahren verschlechterte Bedingungen für eine Bankfinanzierung. Die Finanzkrise wird als Zäsur gesehen. Einschneidende Veränderungen beim Bankengeschäftsmodell in der Unternehmensfinanzierung sehen sie jedoch nicht. Bankkredite, Leasing und Förderkredite werden zwar grundsätzlich ihre Bedeutung behalten, aber nicht in derselben Größenordnung wie bislang bzw. vor der Finanzkrise.

„Die Studie zeigt: Anleihen sind für viele Mittelständler inzwischen zu einem zentralen Element ihrer Finanzierungsstrategie geworden. Das Marktpotenzial dürfte im unteren dreistelligen Milliardenbereich liegen“, ergänzt Professor Dr. Ulrich Balz von der FH Münster. „Langfristig bleiben sie allerdings nur eine Alternative, wenn Emittenten und Investoren ausreichend Vertrauen aufbauen können und nicht eine Wiederholung der Programm-Mezzanine erleben.“