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17.000 m² Einkaufszentrum prinzipiell verträglich

Zur geplanten Größe eines Einkaufszentrums auf dem Wellerdiek-Areal kommen die Gutachter der GfK Geomarketing zu folgender Empfehlung: Während bei 20.000 m² Verkaufsfläche die Auswirkungen auf die bestehende Innenstadt (Geschäftsaufgaben durch Umsatzumverteilungen) als nicht mehr verträglich angesehen werden, wird für eine Größenordnung von 17.000 m² prinzipiell für möglich gehalten. Die geplante Stadtgalerie zwischen Kolbeplatz und Eickhoffstraße („Projekt Finke“) werde wesentlich geringere Auswirkungen auf das übrige Innenstadtangebot haben,heisst es in dem Gutachten weiter. Allerdings stellt es auch deutlich heraus, dass „eine parallele oder auch zeitversetzte Umsetzung beider Projekte nicht realistisch ist.“

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Am Donnerstag wurden die Ergebnisse des von der Stadt in Auftrag gegebenen Gutachtens vom Gutachter zum ersten Mal den Gütersloher Einzelhändlern sowie Vertretern der Ratsfraktionen vorgestellt. Nicht zuletzt die Anzahl kritischer Nachfragen und die intensive Diskussion zeigten, dass mit einem Ja oder Nein zu den Zentrums-Plänen des Investors Gazit eine wesentliche Entscheidung für die zukünftige Entwicklung der Innenstadt fällt.

Wie wirkt sich ein großes Einkaufszentrum auf dem Wellerdiek-Areal auf den Einzelhandel in der unmittelbaren Innenstadt aus, welche Potenziale gibt es noch für Neuansiedlungen und wo sollten sie umgesetzt werden? Diese Fragen stehen vorrangig im Zentrum des Gutachtens, das dessen Erarbeitung der Planungsausschuss im März beschloss. Hintergrund sind die Pläne des Investors Gazit für das Areal zwischen Friedrich-Ebert-Straße, Bahnhof und Strengerstraße, der dort ein Einkaufszentrum mit bis zu 20.000 m² Verkaufsfläche plant. Als Ankermieter sollen ein Lebensmittel-Verbrauchermarkt sowie Fachmärkte für Sport- und Elektroartikel fungieren. Das andere Projekt (Finke) sieht vor, die Baulücke zwischen Kolbeplatz und Eickhoffstraße durch eine Stadtgalerie mit neuem Einzelhandel zu schließen.

In dem Gutachten wird die Gütersloher Innenstadt insgesamt als sehr attraktiv bewertet. Gütersloh werde seiner Versorgungsfunktion insgesamt gerecht, wobei für bestimmte Warengruppen noch Spielräume für zusätzlichen Einzelhandel gesehen werden. Damit werden die Aussagen bestätigt, die bereits im Einzelhandels- und Zentrenkonzept für die Stadt Gütersloh getroffen werden.

Durch die Realisierung eines großen Einkaufszentrums auf dem Wellerdiek-Areal kann laut GfK eine Erweiterung des Einzugsgebietes des Gütersloher Innenstadthandels erreicht werden. Ein Absinken der Lagequalität in der Haupteinkaufslage (Fußgängerzone Berliner Straße) wird nicht befürchtet. Es könne sogar die Aufwertung von Bereichen an der Strenger- und der Eickhoffstraße erwartet werden. Der Gutachter machte in der Vorstellung aber auch deutlich, „dass heute im Einzelhandel nichts mehr angesiedelt werden kann, ohne dass es zu Umsatzverlagerungen kommt.“ Eventuelle positive Synergie-Effekte auf bestehende Geschäfte durch die Ansiedlung eines Einkaufszentrums wollte er nicht beziffern, diese seien nur "schwer abzuschätzen".

Das vollständige Gutachten soll in der Sitzung des Planungsausschusses am 16.Oktober präsentiert werden und wird ab kommender Woche im Stadtplanungsportal unter www.stadtplanung.guetersloh.de und im Ratsinformationssystem unter www.ratsinfo.guetersloh.de verfügbar sein.

"Es ist der Auftakt für eine weitergehende öffentliche Diskussion, ob und in welcher Ausprägung ein Einkaufszentrum auf dem Wellerdiek-Areal realisiert werden sollte," erklärte Michael Zirbel, Leiter des städtischen Fachbereichs Stadtplanung bei der Vorstellung. Die Stadt Gütersloh werde diesen Meinungsbildungsprozess begleiten, bevor ein Vorschlag zum weiteren Vorgehen erarbeitet werde.